My First Plant Quick-Learnings:
- Licht ist Leben: Je bunter und panaschierter deine Monstera ist, desto mehr indirektes Licht benötigt sie, um die weiße Färbung zu erhalten und Photosynthese zu betreiben.
- Klettern vs. Kriechen: Nicht alle Monsteras wachsen gleich – während einige Arten wie die dubia flach an Untergründen hochklettern („Shingling“), brauchen andere stabile Moosstäbe für ihre riesigen Blätter.
- Geduld zahlt sich aus: Viele der spektakulären Blattformen (Fenestrierungen) zeigen sich erst im adulten Stadium, also gib deiner Jungpflanze Zeit zum Erwachsenwerden.
Warum die Monstera deliciosa die Königin aller Monstera Arten ist
Vielleicht erinnerst du dich an deinen ersten Besuch in einem gut sortierten Pflanzenladen oder an das Wohnzimmer deiner Großmutter, wo dieses imposante Gewächs oft eine ganze Ecke dominierte. Die Monstera deliciosa ist für viele der Einstieg in die Welt der Aronstabgewächse und das völlig zu Recht. Du hast dich sicher schon gefragt, warum ausgerechnet diese Pflanze so unfassbar populär ist und quasi in keinem Urban Jungle fehlen darf. Es liegt nicht nur an ihrer Robustheit, sondern an ihrer einzigartigen botanischen Entwicklung, die sie von vielen anderen Zimmerpflanzen unterscheidet.
Botanisch gesehen ist das markanteste Merkmal dieser Art die sogenannte Fenestrierung. Das sind die Löcher und Schlitze in den Blättern, die der Pflanze ihren deutschen Namen „Fensterblatt“ eingebracht haben. In ihrem natürlichen Habitat, den tropischen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas, dient diese Blattform einem ganz bestimmten Zweck. Die Löcher lassen Wind hindurch, ohne dass die riesigen Blätter bei Stürmen zerreißen, und – was noch wichtiger ist – sie lassen Licht auf die darunterliegenden Blätter fallen. Als junge Pflanze hat die Monstera deliciosa oft noch herzförmige, völlig geschlossene Blätter. Erst mit zunehmendem Alter und ausreichend Licht entwickeln sich die charakteristischen Schlitze. Das ist ein Zeichen von Reife und Vitalität. Ein weiterer spannender Aspekt sind die Geniculums, die „Knie“ am Übergang vom Blattstiel zum Blatt, die es der Pflanze ermöglichen, ihre Blätter aktiv nach der Lichtquelle auszurichten.
Wenn du dir eine solche Pflanze zulegst, empfehle ich dir dringend, ihr Platz zu geben. Ich sehe oft, dass Anfänger die Wuchskraft unterschätzen. Eine Monstera deliciosa will klettern, auch wenn sie oft buschig verkauft wird. Gib ihr einen stabilen Moosstab oder eine Rankhilfe. Staubwischen ist hier übrigens keine Kosmetik, sondern Überlebenshilfe: Da die Blätter so groß sind, lagert sich viel Staub ab, der die Photosynthese blockiert. Wische sie regelmäßig mit einem feuchten Tuch ab, und du wirst sehen, wie sie es dir mit glänzendem Grün dankt.
Ein Sternenhimmel im Topf: Die Monstera Thai Constellation pflegen
Du hast bestimmt schon sehnsüchtig die Bilder auf Instagram gesehen, auf denen diese Pflanze wie ein cremefarbenes Kunstwerk aussieht. Die Monstera Thai Constellation ist tatsächlich etwas ganz Besonderes und unterscheidet sich grundlegend von anderen panaschierten Arten. Viele Pflanzenfreunde haben Angst, viel Geld für eine Pflanze auszugeben, die dann vergrünt, also ihre weiße Farbe verliert. Genau hier kann ich dich beruhigen, denn bei der Thai Constellation liegt der Fall anders als bei vielen Zufallsfunden aus der Natur.
Der entscheidende Unterschied liegt in der Genetik. Die Monstera Thai Constellation wurde in einem Labor in Thailand durch Gewebekultur (Tissue Culture) gezüchtet und stabilisiert. Ihre Panaschierung ist genetisch fest verankert und nicht instabil wie bei anderen Varianten. Das bedeutet, dass jedes Blatt diese wunderschönen, sternenhimmelartigen Sprenkel („Constellation“) aufweisen wird. Botanisch gesehen haben wir es hier mit einem Defekt in der Chlorophyll-Produktion zu tun, der aber züchterisch gewollt ist. Die cremefarbenen bis gelblichen Flecken enthalten kein Blattgrün und können somit keine Energie durch Photosynthese gewinnen. Das macht die Pflanze insgesamt etwas langsamer im Wuchs als die rein grüne Urform, da sie mit weniger „Kraftwerken“ auskommen muss.
Damit deine Thai Constellation glücklich bleibt, musst du beim Thema Licht sehr genau hinschauen. Da die weißen Stellen keine Energie produzieren, müssen die grünen Anteile des Blattes umso härter arbeiten. Stelle sie so hell wie möglich, aber ohne die aggressive Mittagssonne, die die hellen Stellen verbrennen könnte. Ein weiterer Punkt, den ich dir ans Herz lege, ist das Gießverhalten. Durch das langsamere Wachstum verbraucht sie weniger Wasser als eine klassische Deliciosa. Die Gefahr von Wurzelfäule ist hier real höher. Ich empfehle dir daher ein sehr grobes, luftiges Substrat mit viel Rinde und Perlit, damit das Wasser schnell abfließen kann und die Wurzeln atmen können.
Löchriges Vergnügen: Die Monstera adansonii verstehen
Vielleicht hast du sie schon einmal unter dem Namen „Monkey Mask“ gesehen und dich sofort in die vielen kleinen Löcher verliebt. Die Monstera adansonii wirkt im Vergleich zu ihrer großen Schwester, der Deliciosa, oft filigraner und verspielter. Aber täusch dich nicht: Diese Pflanze ist ein absoluter Wucherer, wenn es ihr gut geht. Viele meiner Kunden sind überrascht, wie schnell diese Art wächst und wie lang die Ranken werden können, wenn man sie lässt.
Botanisch ist die Monstera adansonii extrem spannend, weil sie ihre Fenestrierung (Löcher) schon in einem viel früheren Stadium zeigt als viele andere Arten. Die Blätter bleiben deutlich kleiner, sind aber oft stärker perforiert. Die Textur der Blätter ist auch ganz anders: Sie sind dünner, fast papierartig und haben eine leicht strukturierte Oberfläche. Das macht sie allerdings auch empfindlicher gegenüber trockener Luft. Während die Deliciosa auch mal trockenere Heizungsluft verzeiht, reagiert die Adansonii schnell mit braunen, knusprigen Blatträndern oder verkrüppelten Neuaustrieben. Das liegt daran, dass sie in der Natur oft in sehr feuchten, schattigeren Bereichen des Unterholzes klettert.
Um sie langfristig glücklich zu machen, hast du zwei Möglichkeiten: Hängen lassen oder klettern lassen. Ich persönlich bin ein riesiger Fan davon, die Monstera adansonii klettern zu lassen. Wenn du ihr einen Moosstab gibst und die Luftwurzeln hineinleitest, wirst du ein Wunder erleben. Die Blätter werden mit der Zeit deutlich größer und die Löcher noch ausgeprägter. Lässt du sie nur hängen, bleiben die Blätter oft klein („juvenile Form“). Achte beim Gießen darauf, dass das Substrat nie komplett austrocknet, aber auf gar keinen Fall nass bleibt. Staunässe führt bei den feinen Wurzeln der Adansonii rasend schnell zum Tod. Fühl lieber einmal mehr mit dem Finger in die Erde, bevor du zur Gießkanne greifst.
Bunt und begehrt: Was die Monstera variegata ausmacht
Hier kommen wir zu einem Thema, das in der Pflanzen-Community oft für Herzklopfen und leider auch für Frust sorgt. Die Monstera variegata (meist ist damit die Monstera deliciosa var. borsigiana variegata gemeint) ist der Traum vieler, aber sie ist auch eine Diva. Vielleicht hast du Angst, dass deine teure Pflanze plötzlich nur noch grüne oder, noch schlimmer, komplett weiße Blätter produziert. Diese Sorge ist berechtigt, denn im Gegensatz zur Thai Constellation ist diese Art der Panaschierung instabil.
Das Phänomen nennt sich Chimärismus. Das bedeutet, dass in der Pflanze verschiedene Zellschichten existieren – solche mit Chlorophyll und solche ohne. Wie diese Zellen sich im Wachstumspunkt (dem Auge oder Meristem) verteilen, ist oft Zufall. Ein komplett weißes Blatt mag wunderschön aussehen, ist aber für die Pflanze nutzlos, da es keine Energie produziert. Ein komplett grünes Blatt hingegen ist super für die Energie, aber optisch nicht das, was du wolltest. Botanisch gesehen ist es ein ständiger Kampf um Balance. Wenn die Pflanze zu wenig Licht bekommt, tendiert sie oft dazu, mehr grüne Anteile zu produzieren, um ihr Überleben zu sichern. Das ist ein genialer Schutzmechanismus der Natur, der uns Pflanzeneltern aber manchmal ärgert.
Was kannst du also tun? Beobachtung ist hier der Schlüssel. Ich rate dir, jeden neuen Austrieb genau anzusehen. Wenn der Stamm an der Stelle, wo das neue Blatt herauskommt, schön gestreift ist, stehen die Chancen gut für ein buntes Blatt. Wenn die Pflanze über mehrere Blätter hinweg „vergrünt“, musst du mutig sein: Schneide die Pflanze bis zu dem Blatt zurück, das noch eine schöne Panaschierung hatte. Das zwingt die Pflanze, aus einem (hoffentlich bunteren) schlafenden Auge neu auszutreiben. Und bitte, gib ihr Licht! Viel, helles, indirektes Licht. Ohne ausreichend Photonen wird sie die weißen Stellen braun werden lassen, weil sie diese „unnötigen Esser“ abstößt.
Ist die Monstera minima wirklich eine Monstera?
Du hast diese Pflanze sicher schon im Gartencenter gesehen, etikettiert als „Mini Monstera“ oder eben Monstera minima. Sie sieht aus wie eine Monstera deliciosa, nur eben im Taschenformat. Aber hier muss ich kurz den Botanik-Nerd raushängen lassen, denn das ist wichtig für die Pflege: Die Monstera minima ist eigentlich gar keine Monstera! Ihr richtiger botanischer Name lautet Rhaphidophora tetrasperma. Sie gehört zwar wie die Monstera zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae), stammt aber aus einer ganz anderen Ecke der Welt, nämlich aus Südostasien (Thailand, Malaysia), während echte Monsteras aus Amerika kommen.
Warum ist das für dich wichtig? Weil sie sich im Wuchsverhalten etwas unterscheidet. Die Rhaphidophora tetrasperma wächst extrem schnell und kletterfreudig, oft viel rasanter als eine echte Monstera. Sie bildet sehr schnell lange Triebe mit weit auseinanderstehenden Blättern (Internodien), wenn sie nicht genug Licht bekommt. Die Blätter haben diese tiefen Einschnitte schon sehr früh, oft schon als Steckling, was sie unglaublich attraktiv für Leute mit weniger Platz macht. Sie behält diese handliche Größe auch im Alter bei und wird keine riesigen Schirme bilden wie die Deliciosa.
In der Pflege ist sie zum Glück sehr verzeihlich und damit perfekt für dich, wenn du noch am Anfang stehst. Sie trinkt gerne und viel, solange das Wasser ablaufen kann. Da sie in der Natur an Bäumen emporrankt, flehe ich dich fast an: Gib ihr eine Kletterhilfe! Ein dünner Bambusstab reicht oft schon, aber an einem Moosstab können sich ihre Wurzeln festhalten. Wenn sie einfach nur herunterhängt, wirken die Triebe oft etwas spakig und die Blätter drehen sich ungünstig. Wenn sie dir zu lang wird, kannst du sie bedenkenlos schneiden und die Stecklinge einfach im Wasser bewurzeln – das geht bei kaum einer anderen Pflanze so schnell wie bei der Minima.
Der Klassiker: Die Monstera Monkey Leaf richtig halten
Der Begriff Monstera Monkey Leaf sorgt oft für Verwirrung, und vielleicht hast du dich auch schon gefragt: „Ist das nicht das Gleiche wie eine Adansonii?“ Die Antwort ist ein klares Jein. Im Handel wird „Monkey Leaf“ oft als Synonym für Monstera adansonii verwendet, aber meistens bezeichnet es eine ganz bestimmte Wuchsform oder Varietät. Oft sind damit Pflanzen gemeint, die etwas kompaktere, rundlichere Blätter haben und bei denen die Löcher (Fenestrierungen) nicht ganz so extrem bis zum Rand gehen wie bei manchen wilden Adansonii-Formen. Manchmal verbirgt sich dahinter auch eine Monstera adansonii var. laniata oder ähnliche Unterarten.
Für dich als Pflanzen-Elternteil ist der Name auf dem Etikett aber zweitrangig, solange du die Bedürfnisse verstehst. Die Monkey Leaf wird oft sehr buschig verkauft, mit vielen Stecklingen in einem Topf. Das sieht toll aus, führt aber unter der Erde zu einem massiven Konkurrenzkampf um Nährstoffe. Wenn du so einen vollen Topf kaufst, wundere dich nicht, wenn einige der kleineren Triebe nach ein paar Wochen gelb werden und absterben. Das ist natürliche Selektion im Topf. Die Pflanze konzentriert sich auf die stärksten Triebe.
Ein häufiges Problem, das ich bei der Monkey Leaf sehe, sind lange, kahle Triebe, die wie dünne Schnüre aussehen, bevor wieder ein kleines Blatt kommt. Das nennt man „Geilwuchs“ oder Etiolement. Es ist ein Hilfeschrei der Pflanze: „Ich brauche mehr Licht!“ Stelle sie näher ans Fenster. Außerdem liebt die Monkey Leaf hohe Luftfeuchtigkeit. Wenn du ihr etwas Gutes tun willst, nimm sie ab und zu mit ins Badezimmer, wenn du duschst (natürlich nicht direkt unter den Strahl), oder besprühe sie. Aber Vorsicht: Sorge für Luftzirkulation, sonst drohen Pilzkrankheiten auf den feuchten Blättern.
Feurige Leidenschaft: Die Monstera Burle Marx Flame
Jetzt begeben wir uns in das Territorium der echten Sammlerstücke. Wenn du eine Monstera Burle Marx Flame (oft auch als Monstera dilacerata im Handel, wobei die Taxonomie hier komplex und umstritten ist) dein Eigen nennst oder davon träumst, dann bist du tief im „Rabbit Hole“ angekommen. Diese Pflanze besticht durch ihre unglaubliche Blattform, die tatsächlich an lodernde Flammen erinnert. Die Blätter sind tief eingeschnitten, viel schmaler als bei einer Deliciosa, und haben eine dicke, fast lederartige Struktur.
Benannt nach dem berühmten brasilianischen Landschaftsarchitekten Roberto Burle Marx, ist diese Pflanze eine Rarität. Botanisch interessant ist hier das Verhältnis von Blattfläche zu Einschnitt. Die Einschnitte sind so tief, dass sie fast bis zur Mittelrippe reichen, was der Pflanze eine skelettartige, aber elegante Optik verleiht. Im Gegensatz zu vielen anderen Monsteras wächst die Burle Marx Flame extrem langsam. Das ist auch der Grund für ihren hohen Preis und ihre schwere Verfügbarkeit. Sie investiert unglaublich viel Energie in die Ausbildung ihrer festen Blattstruktur.
Bei der Pflege musst du hier wirklich Geduld mitbringen. Während eine Adansonii wuchert wie Unkraut, zelebriert die Flame jedes neue Blatt wie ein Ereignis. Ich empfehle dir hier ein besonders hochwertiges Substrat. Misch dir deine Erde selbst: Kokosfasern, grobe Pinienrinde, Perlit, Bims und etwas Aktivkohle. Diese Pflanze hasst verdichtete Erde, die an den Wurzeln klebt. Da sie so langsam wächst, ist auch der Nährstoffbedarf geringer. Überdünge sie auf keinen Fall, das würde die feinen Wurzeln verbrennen (Salzschaden). Ein Standort mit hellem, indirektem Licht ist Pflicht – im Schatten wird sie das Wachstum fast komplett einstellen.
Der heilige Gral: Die echte Monstera obliqua erkennen
Hier müssen wir Tacheles reden. Wenn du auf eBay oder im Gartencenter eine „Monstera obliqua“ für 20 Euro siehst, ist es zu 99,99 % eine Monstera adansonii. Die echte Monstera obliqua (oft als Monstera obliqua Peru bezeichnet) ist so etwas wie das Einhorn unter den Pflanzen. Sie ist extrem selten, botanisch hochkomplex und für den normalen Wohnzimmer-Dschungel eigentlich kaum geeignet.
Was macht sie so besonders? Die echte Obliqua besteht fast nur aus Loch. Die Blattmasse ist minimal, die Löcher sind riesig und nehmen bis zu 90% der Blattfläche ein. Die verbleibenden Stege sind hauchdünn und extrem fragil. Botanisch gesehen ist das ein evolutionäres Extrem. Warum die Pflanze das macht, ist faszinierend: Sie minimiert den Materialaufwand für maximale Fläche (um Licht einzufangen, auch wenn es durchlöchert ist) und bietet Schädlingen kaum Angriffsfläche. Aber diese Fragilität macht sie zur Zicke. Sie braucht eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit, idealerweise 85% bis 90%. In normaler Raumluft vertrocknen die filigranen Blätter oft innerhalb von Stunden.
Solltest du tatsächlich das Glück (und das Budget) haben, einen Steckling (Runner) zu besitzen, gehört dieser eigentlich in eine Vitrine oder ein Terrarium/Gewächshaus. Sie wächst oft lange Zeit nur als blattloser „Runner“ (ein langer Ausläufer), der durch den Dschungelboden kriecht und nach einem Baum sucht. Erst wenn sie klettern kann und die Bedingungen perfekt sind, bildet sie die spektakulären Blätter. Mein Rat: Wenn du den Look magst, bleib bei einer hochqualitativen Monstera adansonii oder esqueleto. Die echte Obliqua ist eher ein botanisches Studienobjekt als eine dankbare Zimmerpflanze.
Der Kletterkünstler: Die Monstera dubia am Moosstab
Die Monstera dubia ist ein fantastisches Beispiel für das sogenannte „Shingling“-Wachstum. Vielleicht hast du Fotos gesehen, wo die Blätter platt wie Aufkleber an einem Brett kleben. Das ist die juvenile (jugendliche) Form dieser Pflanze. Sie ist ein absoluter Hingucker und unterscheidet sich optisch komplett von den typischen fenestrierten Monsteras. Die Blätter sind silbrig-grün mit dunkelgrünen Adern und liegen flach auf dem Untergrund auf.
Botanisch ist das eine Anpassung an den Lichtmangel am Waldboden. Die Pflanze sucht sich einen Baumstamm und kriecht flach daran hoch, um so wenig Energie wie möglich für Stabilität zu verschwenden und geschützt vor Wind und Wetter schnell ans Licht zu kommen. Und jetzt kommt das Spannende: Sobald die Monstera dubia eine gewisse Höhe erreicht hat und mehr Licht bekommt, verwandelt sie sich komplett. Die Blätter lösen sich vom Stamm, werden riesig groß, verlieren die silberne Zeichnung und entwickeln die typischen Monstera-Löcher und Schlitze. Viele Besitzer sind schockiert, wenn ihre niedliche Schindel-Pflanze plötzlich zur riesigen, grünen Bestie mutiert.
Damit du Freude an ihr hast, ist ein flaches Brett oder ein flacher Moosstab essenziell. An einem runden Stab kann sie sich oft nicht so schön flach anlegen („shinglen“). Ich empfehle dir, ein einfaches unbehandeltes Holzbrett oder ein mit Sphagnum-Moos gefülltes Gitter zu nehmen. Binde die Triebe anfangs vorsichtig fest, bis die Haftwurzeln greifen. Sei dir bewusst: Wenn du den „Aufkleber-Look“ behalten willst, musst du die Pflanze regelmäßig köpfen und neu bewurzeln, bevor sie in die adulte Phase übergeht. Wenn du sie einfach wachsen lässt, brauchst du sehr viel Platz nach oben.
Goldenes Blattwerk: Die Monstera aurea im Detail
Ähnlich wie bei der Variegata handelt es sich bei der Monstera aurea (oft auch Monstera deliciosa var. borsigiana aurea-variegata) um eine Farbmutation. Aber statt weiß ist die Panaschierung hier leuchtend gelb bis limettengrün. Ich finde, die Aurea wird oft unterschätzt, dabei hat sie einen entscheidenden Vorteil gegenüber ihren weißen Schwestern: Die gelben Blattbereiche enthalten oft noch geringe Mengen an Chlorophyll oder anderen Pigmenten, die zumindest ein bisschen zur Energieversorgung beitragen können (wenn auch minimal).
Botanisch ist die Aurea-Panaschierung oft etwas stabiler und weniger anfällig für das gefürchtete „Schmelzen“ (Browning), bei dem die farbigen Stellen braun werden und absterben. Dennoch ist sie eine Herausforderung. Die gelben Stellen entstehen durch defekte Chloroplasten. Was viele nicht wissen: Die Farbe kann sich je nach Lichtintensität und Alter des Blattes verändern. Ein neues Blatt kommt oft hellgrün heraus und „härtet“ dann zu einem satten Gelb aus. Manchmal vergrünen die gelben Stellen auch leicht, wenn die Pflanze zu dunkel steht.
In der Pflege braucht die Aurea Geduld und Fingerspitzengefühl. Sie wächst meist langsamer als die grüne Form. Ein häufiger Fehler ist, sie genauso oft zu gießen wie eine grüne Monstera. Da sie weniger Blattmasse für die Verdunstung und Photosynthese nutzt, bleibt die Erde länger feucht. Wurzelfäule ist der Todfeind Nummer eins. Ich empfehle dir transparente Töpfe (Orchideentöpfe), damit du die Wurzelgesundheit immer im Blick hast, ohne die Pflanze austopfen zu müssen. Und beim Licht gilt: Hell, heller, am hellsten (aber indirekt!). Nur so strahlt das Gold wirklich.
Silberner Schimmer: Die Monstera siltepecana
Die Monstera siltepecana ist, ähnlich wie die Dubia, eine Pflanze mit zwei Gesichtern. Als junge Pflanze, so wie du sie meistens im Handel findest, hat sie wunderschöne, lanzettförmige Blätter mit einem faszinierenden silbernen Überzug und dunkelgrünen Blattadern. Sie sieht fast metallisch aus. In diesem Stadium klettert sie gerne oder lässt sich auch gut als Hängepflanze in einer Ampel halten. Sie ist oft pflegeleichter und wüchsiger als die anspruchsvolle Dubia.
Aber wenn du ihr die Möglichkeit gibst, an einem Moosstab hochzuklettern und sie gute Bedingungen vorfindet, beginnt die Metamorphose. Die adulte Form der Monstera siltepecana verliert den Silberschimmer fast vollständig, wird dunkelgrün und entwickelt Löcher (Fenestrierungen) ähnlich einer Adansonii, aber oft größer und wilder. Botanisch zeigt das wieder die geniale Anpassungsfähigkeit: Unten im Schatten reflektiert das Silber vielleicht das wenige Licht besser oder schreckt Fressfeinde ab, oben im Licht zählt nur noch maximale Blattfläche mit Windschutz (Löcher).
Für dich bedeutet das: Du kannst entscheiden, wie deine Pflanze aussehen soll. Willst du den silbernen Look? Halte sie im juvenilen Stadium, indem du sie hängend kultivierst oder regelmäßig zurückschneidest. Willst du sehen, was in ihr steckt? Gib ihr einen Moosstab, halte diesen immer schön feucht, damit die Luftwurzeln hineinwachsen können, und hab Geduld. Die Siltepecana ist übrigens etwas toleranter gegenüber Trockenheit als die Adansonii, was sie zu einer tollen „Next Level“-Pflanze für Anfänger macht, die mal etwas anderes als das Standard-Grün wollen.
Weißer Traum: Die Monstera Albo richtig pflegen
Hier sind wir beim absoluten Superstar der letzten Jahre: Die Monstera deliciosa Albo Variegata. Sie ist das Aushängeschild der „Rare Plant“-Szene. Im Gegensatz zur Thai Constellation sind ihre weißen Flecken oft strahlender, reiner weiß und treten in großen Blöcken (Sectoral Variegation) oder wilden Spritzern auf. Aber wie ich oben schon angedeutet habe: Sie ist eine Diva. Diese Mutation ist instabil.
Botanisch gesehen ist jedes neue Blatt ein Lotteriespiel. Die Panaschierung sitzt im Stamm. Wenn du dir einen Steckling kaufst, schau dir den Stamm („Stem“) ganz genau an! Läuft der weiße Streifen durch das „Auge“ (den Wachstumspunkt)? Das ist extrem wichtig für die Wahrscheinlichkeit, dass der Neuaustrieb auch weiß wird. Ein Stamm, der nur grün ist, wird wahrscheinlich nur grün austreiben. Ein Stamm, der komplett weiß ist, wird einen komplett weißen Trieb produzieren, der dann stirbt, weil er keine Energie gewinnen kann. Du suchst die perfekte Balance, das „Yin und Yang“ im Stamm.
Die größte Herausforderung bei der Pflege der Monstera Albo ist das Braunwerden der weißen Anteile. Das bricht einem das Herz. Meistens liegt es an einem von drei Faktoren: Zu wenig Licht (Pflanze stößt unproduktives Gewebe ab), unregelmäßiges Gießen (Stress führt zu Zellsterben in den empfindlichsten Bereichen) oder zu niedrige Luftfeuchtigkeit. Ich empfehle dir dringend Zusatzbeleuchtung (Grow Lights) im Winter. Ohne künstliches Licht überleben die schönen weißen Stellen unseren dunklen Winter oft nicht unbeschadet. Und benutze bitte Kieselsäure (Silica) als Düngerzusatz – das stärkt die Zellwände und kann helfen, die weißen Stellen robuster gegen das Austrocknen zu machen.
Ein seltenes Biest: Die Monstera White Monster
Der Name klingt wie ein Mythos, und tatsächlich ist die Monstera White Monster (oft auch als Tianjin bezeichnet) eine Legende unter Sammlern. Viele verwechseln sie mit der Thai Constellation oder der Albo, aber sie ist eine eigenständige, extrem seltene Mutation. Das Besondere an der White Monster ist die Art und Weise, wie die Panaschierung verläuft. Oft kommen die Blätter grünlich-weiß („minty“) heraus und werden mit der Zeit immer weißer.
Botanisch ist das extrem ungewöhnlich. Während eine Albo fertige weiße Stellen hat, „bleicht“ die White Monster quasi nach oder besitzt eine spezielle Verteilung der Zellschichten, die diesen milchigen, fast leuchtenden Effekt erzeugt. Außerdem neigt sie zu einem kompakteren Wuchs mit sehr dicken Stämmen und kurzen Internodien. Die Blätter fühlen sich oft fester, fast schon sukkulent an.
Wenn du eine solche Rarität pflegst, gelten ähnliche Regeln wie bei der Thai Constellation, aber mit noch mehr Vorsicht. Da diese Pflanzen oft extrem teuer sind, ist Experimentieren keine Option. Das Wichtigste ist hier Konstanz. Keine plötzlichen Temperaturwechsel, kein Standortwechsel, kein Wechsel des Düngers. Diese Pflanze möchte ihre Ruhe. Da sie oft sehr langsam wächst, ist Geduld deine wichtigste Tugend. Sie ist definitiv keine Anfängerpflanze, sondern etwas für Kenner, die die feinen Unterschiede in der Panaschierung zu schätzen wissen und bereit sind, viel Geld und Zeit zu investieren.
Das Skelett: Die Monstera esqueleto bewundern
Früher wurde diese Pflanze oft als Monstera epipremnoides verkauft, aber der korrekte Name ist Monstera esqueleto. Und der Name (spanisch für Skelett) ist Programm. Sie sieht aus wie eine Monstera adansonii auf Steroiden. Die Blätter werden riesig, viel größer als bei der Adansonii, und die Löcher sind so dominant, dass sie fast an die Obliqua erinnern, aber die Pflanze ist deutlich robuster und lederartiger.
Botanisch ist die Esqueleto ein Meisterwerk der Statik. Die Blätter sind hellgrün und haben eine faszinierende Textur. Wenn du genau hinsiehst, wirken sie fast wie geprägt. Sie braucht unbedingt eine Rankhilfe. Ohne Moosstab wird sie nur mickrige Blätter produzieren und wild im Raum herumkriechen. Sobald sie aber wurzeln kann und vertikal wächst, explodiert die Blattgröße förmlich.
Pflege-Tipp von mir: Die Esqueleto ist hungrig. Durch das schnelle Wachstum und die großen Blätter braucht sie regelmäßige Nährstoffgaben während der Wachstumsphase. Aber pass auf die Luftfeuchtigkeit auf. Wenn die Luft zu trocken ist, reißen die dünnen Stege zwischen den Löchern leicht ein oder die Blattspitzen vertrocknen. Ein Platz in der Nähe eines Luftbefeuchters ist für sie der Himmel auf Erden. Im Vergleich zur Obliqua ist sie aber eine „dankbare“ Pflanze, die dir Fehler eher verzeiht und trotzdem diesen spektakulären „Skelett-Look“ liefert.
Frische Minze: Die Monstera adansonii Mint
Neben der klassischen weißen Panaschierung gibt es noch einen Trend, der die Herzen höher schlagen lässt: Mint! Die Monstera adansonii Mint (oder manchmal Indonesian Marble) besticht durch eine Panaschierung, die nicht hart weiß-grün getrennt ist, sondern wie ein feines Sprenkelmuster aussieht, das dem Auge als helles Minzgrün erscheint.
Botanisch gesehen liegt hier eine Überlagerung von grünen und weißen Zellschichten vor. Das Licht scheint durch die farblosen Zellen auf darunterliegende grüne Zellen (oder umgekehrt), was diesen visuellen Mischeffekt erzeugt. Der riesige Vorteil für dich: Diese „mintigen“ Bereiche enthalten oft noch genug Chlorophyll, um Photosynthese zu betreiben. Das macht die Adansonii Mint oft wüchsiger und robuster als eine rein weiße Adansonii Variegata, die extrem empfindlich ist (und gerne mal braun wird, bevor das Blatt überhaupt ganz ausgerollt ist).
In der Pflege ist sie vergleichbar mit der normalen Adansonii, braucht aber natürlich – wie alle Bunten – mehr Licht. Ein toller Nebeneffekt der Mint-Panaschierung ist, dass das Braunwerden der hellen Stellen (Browning) hier seltener auftritt als bei rein weißen Varianten. Das Gewebe scheint stabiler zu sein. Wenn du also den besonderen Look suchst, aber keine Lust auf ständigen Frust mit braunen Flecken hast, ist die „Mint“ eine fantastische Alternative. Achte beim Kauf darauf, dass die Panaschierung schön gleichmäßig über die Blätter verteilt ist („Marble“), das sieht im Alter am spektakulärsten aus.
Eiskalte Schönheit: Die Monstera Frozen Freckles
Dies ist eine sehr spezifische und neuere Kultivar-Bezeichnung, die oft im Zusammenhang mit Monstera adansonii-Mutationen auftaucht. Die Monstera Frozen Freckles zeichnet sich durch ein extrem feines, fast staubartiges Panaschierungsmuster aus. Es sieht aus, als hätte man Puderzucker oder Frost über das Blatt gestreut.
Botanisch ist das eine besondere Form der Chimäre. Anders als bei großen Blöcken oder Flecken ist die Mutation hier extrem fein verteilt. Das macht die Pflanze optisch sehr attraktiv und einzigartig. Allerdings ist diese Sorte noch recht neu auf dem Markt, und die Stabilität der Panaschierung wird in der Community noch diskutiert. Oft stammen diese Pflanzen aus sehr selektiven Züchtungen.
Für dich bedeutet das: Vorsicht beim Kauf. Lass dir Bilder der Mutterpflanze zeigen. Bei der Pflege würde ich sie wie ein rohes Ei behandeln. Hochwertiges Substrat, konstante Bedingungen und penibler Schädlingsschutz. Gerade auf so fein gesprenkelten Blättern übersieht man Spinnmilben oder Thripse extrem leicht, bis es zu spät ist. Nimm dir regelmäßig eine Lupe und untersuche die Blattunterseiten. Da diese Pflanzen oft klein und teuer verkauft werden, ist ein Terrarium oder eine Pflanzenvitrine („Ikea Greenhouse Cabinet“) oft der beste Ort für den Start, um Luftfeuchtigkeit und Licht perfekt zu kontrollieren.
Der kleine Bruder: Die Monstera borsigiana unterscheiden
Jetzt müssen wir ein Missverständnis aufklären, das in der Pflanzenwelt für ewige Diskussionen sorgt. Gibt es die Monstera borsigiana wirklich als eigene Art? Die Wissenschaft sagt aktuell meist: Nein, es ist eine Varietät oder Wuchsform der Monstera deliciosa. Aber für uns Hobby-Gärtner ist die Unterscheidung Monstera deliciosa (Large Form) und Monstera deliciosa var. borsigiana (Small Form) extrem nützlich.
Die Borsigiana ist die Pflanze, die du meistens im Baumarkt kaufst. Sie wächst viel schneller, rankt stärker und bleibt insgesamt kleiner als die „echte“ Deliciosa. Das sicherste Unterscheidungsmerkmal findest du am Stielansatz, direkt wo das Blatt beginnt. Bei der großen Deliciosa findest du dort wellige Rüschen, das sogenannte Geniculum. Bei der Borsigiana ist dieser Übergang glatt. Außerdem werden die Blätter der Borsigiana selten so riesig und komplex geschlitzt (mit mehreren Reihen von Löchern) wie bei der Urform.
Warum ist das wichtig für dich? Wegen des Platzbedarfs und der Erwartungshaltung. Eine Borsigiana ist perfekt für die Wohnung, weil sie schneller klettert und „managebarer“ bleibt. Sie lässt sich super vermehren. Wenn du aber von diesen gigantischen, dinosaurier-artigen Blättern träumst, die man aus botanischen Gärten kennt, und du kaufst eine Borsigiana, wirst du vielleicht enttäuscht sein, weil sie dieses Stadium nie ganz erreicht. Pflege sie mit viel Licht und Dünger, und auch sie wird stattlich werden, aber sie bleibt eben der „kleine“, flinkere Bruder.
Ikonisches Gelb: Die Monstera Yellow Marilyn
Die Monstera Yellow Marilyn ist quasi der „Heilige Gral“ der gelb-panaschierten Monsteras. Sie ist eine spezielle Kultivar-Form der Monstera deliciosa (bzw. borsigiana), die für ihre extrem intensive, leuchtend gelbe Panaschierung bekannt ist. Im Gegensatz zu manchen Aureas, die eher limettengrün sind, strahlt die Marilyn in einem satten Zitronengelb oder Gold.
Die Herkunft dieses Namens ist oft auf asiatische Züchter (speziell Kunzo aus Japan wird oft in diesem Kontext genannt, obwohl die Marilyn oft als eigene Linie betrachtet wird) zurückzuführen. Botanisch ist die Herausforderung hier die gleiche wie bei allen Gelben: Das Gelb kann vergrünen oder verbrennen. Die Marilyn zeichnet sich aber oft durch eine bessere Farbstabilität aus, wenn die Bedingungen stimmen. Die Musterung ist oft sehr schön marmoriert oder blockhaft.
Wenn du das Glück hast, eine echte Marilyn zu besitzen (Vorsicht vor Fakes!), dann behandle sie wie eine Königin. Das Wichtigste ist hier das Nährstoffmanagement. Zu viel Stickstoff kann dazu führen, dass die Pflanze mehr grüne Masse produziert und die Panaschierung zurückgeht. Verwende einen ausgewogenen Dünger und achte peinlichst genau auf Wurzelfäule. Diese Pflanzen sind Investitionsobjekte. Ich würde sie niemals in pure Erde setzen, sondern immer in einen sehr groben Aroid-Mix oder sogar rein mineralisch (Pon/Lechuza), um maximale Kontrolle über die Feuchtigkeit zu haben.
Strukturwunder: Die Monstera pinnatipartita
Die Monstera pinnatipartita ist eine Pflanze für Liebhaber von Struktur und Verwandlung. Als Jungpflanze sieht sie fast langweilig aus, mit ovalen, grünen Blättern, die ein bisschen an ein Philodendron erinnern. Man würde kaum vermuten, was in ihr steckt. Viele gehen im Laden an ihr vorbei, ohne ihr Potenzial zu erkennen.
Aber sobald diese Pflanze einen Moosstab bekommt und klettern darf, passiert das Wunder. Die Blätter verändern sich drastisch. Sie werden tief eingeschnitten (pinnatipartit bedeutet „fiederteilig“), fast bis zur Mittelrippe. Sie entwickelt dabei eine sehr feste, bullöse Struktur, die Blätter wirken fast aufgepolstert. Botanisch ist diese extreme Veränderung von juvenil zu adult hier besonders ausgeprägt. Im Alter sieht sie einer Monstera deliciosa fast ähnlicher als ihrem eigenen Jugendstadium.
Für dich ist das eine tolle Pflanze, um den „Grow-up“-Prozess zu beobachten. Sie ist sehr robust und widerstandsfähig gegen Schädlinge, da ihre Blätter recht dick und lederartig sind. Sie braucht nicht zwingend die extrem hohe Luftfeuchtigkeit einer Obliqua, freut sich aber über normale Wohnzimmerbedingungen mit regelmäßigem Besprühen des Moosstabs. Wenn du eine Pflanze suchst, die mit dir wächst und sich verändert, ist die Pinnatipartita meine absolute Empfehlung.
Süße Versuchung: Die Monstera Creme Brulee
Zum Schluss noch eine Bezeichnung, die dir vielleicht in Online-Shops begegnet: Monstera Creme Brulee. Oft wird dieser Name für eine sehr spezifische Panaschierung der Monstera deliciosa verwendet, die nicht rein weiß (Albo) und nicht rein gelb (Aurea), sondern cremefarben bis weißlich-gelb ist. Manchmal wird der Name auch synonym für bestimmte Thai Constellation-Typen verwendet, die besonders cremige Flecken haben.
Es ist wichtig zu verstehen, dass „Creme Brulee“ kein offiziell anerkannter botanischer Name ist, sondern ein Handelsname (Trade Name), um eine bestimmte Optik zu vermarkten. Die Ästhetik ist dabei wunderschön: Ein weicher, warmer Farbton, der toll zu Terrakotta-Töpfen und Boho-Einrichtung passt. Botanisch gelten hier die gleichen Regeln wie bei der Thai Constellation oder Albo, je nachdem, welche Genetik wirklich dahinter steckt.
Mein Tipp: Lass dich nicht nur vom leckeren Namen verleiten. Schau dir die Pflanze genau an. Ist die Panaschierung stabil? Wie sieht der Stamm aus? Pflege sie wie eine Thai Constellation: Viel Licht, luftiges Substrat und Geduld. Diese cremefarbenen Bereiche sind empfindlich. Aber wenn sie gesund ist, ist sie mit ihrem warmen Farbspiel ein absoluter Hingucker und eine sanfte Alternative zum harten Kontrast der Monstera Albo.
Häufige Fragen zu Monstera Arten
Sind alle Monstera Arten giftig für Haustiere?
Ja, leider muss ich hier eine Warnung aussprechen. Alle Monstera-Arten gehören zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae) und enthalten in allen Pflanzenteilen Kalziumoxalat-Kristalle. Diese sind mikroskopisch klein und nadelspitz. Wenn deine Katze oder dein Hund in ein Blatt beißt, schießen diese Kristalle in die Schleimhäute von Mund und Rachen. Das führt zu sofortigem Brennen, Schwellungen, Schluckbeschwerden und starkem Speicheln. In seltenen Fällen, wenn viel gefressen wird, kann es auch die Nieren belasten. Es ist also keine „tödliche“ Giftigkeit wie bei der Eibe, aber extrem schmerzhaft und unangenehm. Stell deine Monstera also am besten außer Reichweite oder bring deinen Tieren bei, dass Pflanzen tabu sind (ich weiß, leichter gesagt als getan!).
Was mache ich mit den langen Luftwurzeln?
Das ist eine der häufigsten Fragen, die ich bekomme! Viele finden die langen, braunen „Würmer“, die aus dem Stamm wachsen, unästhetisch. Bitte schneide sie nicht einfach ab! Diese Wurzeln haben einen Zweck: In der Natur sucht die Pflanze damit Halt an Bäumen und nimmt Feuchtigkeit sowie Nährstoffe aus der Luft und Humusansammlungen in Astgabeln auf. Wenn du sie abschneidest, nimmst du der Pflanze eine Versorgungsleitung und öffnest eine Wunde für Bakterien. Die beste Lösung: Leite sie in den Topf zurück! Sobald sie die Erde berühren, verwandeln sie sich in Erdwurzeln und geben der Pflanze einen massiven Wachstumsschub. Alternativ kannst du sie in einen Moosstab leiten. Das ist der absolute Turbo für große Blätter.
Welche Erde ist für Monstera Arten am besten?
Bitte verwende keine reine „Blumenerde“ aus dem Sack. Die ist oft viel zu dicht und speichert zu viel Wasser. Monsteras sind Epiphyten (Aufsitzerpflanzen) oder Hemiepiphyten. Ihre Wurzeln brauchen Luft! Ich schwöre auf einen selbstgemischten „Aroid Mix“. Das Rezept ist einfach: Nimm eine Basis aus hochwertiger Grünpflanzenerde (ca. 40%) und mische ordentlich grobe Zutaten unter: Pinienrinde (Orchideensubstrat, ca. 30%), Perlit (für die Durchlüftung, ca. 20%) und vielleicht etwas Kokosfasern oder Bims. Wenn du so eine Mischung in der Hand zusammendrückst, sollte sie sofort wieder auseinanderfallen. Das verhindert Staunässe und Wurzelfäule – den häufigsten Tod einer jeden Monstera.
Warum bekommt meine Monstera keine Löcher?
Das ist der Klassiker bei der Monstera deliciosa. Du wartest und wartest, aber die Blätter bleiben herzförmig und geschlossen. Die Antwort ist fast immer: Lichtmangel! Die Fenestrierung (Löcherbildung) ist ein kostspieliger Prozess für die Pflanze. Sie macht das nur, wenn sie genug Energie (Licht) hat und „erwachsen“ genug ist. Eine junge Pflanze in einer dunklen Ecke wird ewig im Jugendstadium verharren („juvenile Form“). Stell sie heller (aber gewöhne sie langsam an die Sonne) und gib ihr eine Kletterhilfe. Sobald sie klettern darf und Licht bekommt, signalisierst du ihr: „Du bist jetzt oben im Baum angekommen“, und sie wird anfangen, die charakteristischen geschlitzten Blätter zu produzieren.
Kann ich verschiedene Monstera Arten zusammenpflanzen?
Theoretisch ja, praktisch rate ich dir eher davon ab, zumindest wenn du lange Freude daran haben willst. Unterschiedliche Arten haben oft unterschiedliche Wachstumsgeschwindigkeiten. Eine Monstera deliciosa oder adansonii wächst sehr dominant und bildet ein massives Wurzelwerk, das eine zartere Monstera dubia oder eine langsam wachsende Thai Constellation im selben Topf schlichtweg verdrängen würde. Die stärkere Pflanze klaut der schwächeren Wasser und Nährstoffe. Außerdem wird das Umtopfen später zum Albtraum, wenn die Wurzeln ineinander verschlungen sind. Wenn du den „Dschungel-Look“ willst, stell die Töpfe lieber eng zusammen in einen schönen Übertopf, aber lass jeder Pflanze ihren eigenen Wurzelraum.
Hi, ich bin Alisa! 🌿
Seit 12 Jahren teste ich Substrate und bekämpfe Spinnmilben, damit du es nicht musst. In meinem Indoor-Labor leben über 140 exotische Arten. Hier teile ich radikal ehrliche Pflegetipps und fundiertes Wissen – ohne Mythen, dafür mit echter Erfahrung aus dem Dschungel-Alltag.
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