Alisas Plant-Learnings für Eilige:
- Das Flat-Board-Prinzip: Im Gegensatz zu anderen Monsteras braucht die Dubia ein flaches Brett, keine runde Moosstange, um ihre ikonischen, flach anliegenden Blätter zu entwickeln.
- Hohe Luftfeuchtigkeit ist Pflicht: Damit sie sich wohlfühlt und an der Rankhilfe „festklebt“, sind 60 % Luftfeuchtigkeit das absolute Minimum.
- Geduld beim Erwachsenwerden: Die Löcher (Fenestrierung) kommen erst sehr spät, wenn die Pflanze bereits weit über einen Meter hochgeklettert ist – genieße bis dahin den Shingling-Look!
Warum die Monstera dubia so besonders ist
Vielleicht hast du sie schon einmal auf Instagram gesehen oder in einer gut sortierten Pflanzenboutique entdeckt und dich sofort gefragt, was das für ein geheimnisvolles Wesen ist. Die Monstera dubia ist nämlich keine gewöhnliche Pflanze, die einfach so ihre Blätter in den Raum streckt. Sie ist ein sogenannter „Shingler“, eine Schindel-Pflanze. Das erste Mal, als ich vor einer Monstera dubia stand, war ich völlig fasziniert davon, wie extrem flach sich die Blätter an den Untergrund pressen, als hätten sie Angst, herunterzufallen. Wenn du das Gefühl kennst, dass du eine Pflanze unbedingt verstehen willst, bevor du sie kaufst, dann bist du hier genau richtig. Wir schauen uns diesen Exoten nicht nur an, wir tauchen tief in seine Biologie ein.
Botanisch gesehen gehört die Monstera dubia natürlich zu den Aronstabgewächsen (Araceae), aber sie verhält sich in ihrer Jugendphase ganz anders als ihre berühmte Schwester, die Monstera deliciosa. Das Besondere an dieser Pflanze ist ihr extremer Dimorphismus. Das bedeutet, sie sieht in ihrer Jugendform komplett anders aus als im Erwachsenenalter. In der Phase, in der wir sie meistens kaufen, bildet sie herzförmige, silbrig-panaschierte Blätter aus, die sich wie Dachschindeln überlappen und lückenlos an ihren Wirtsbaum (oder bei dir zu Hause an das Brett) schmiegen. Diese Strategie dient in der Natur dem Schutz vor Austrocknung und Fressfeinden. Da die Blätter so eng anliegen, entsteht ein Mikroklima zwischen Blatt und Rinde, das die Feuchtigkeit hält und die zarten Luftwurzeln schützt.
Wenn du dir eine Monstera dubia ins Haus holst, holst du dir also einen echten Kletterkünstler, der nicht einfach nur wächst, sondern mit seinem Untergrund verschmilzt. Das macht sie zu einem absoluten Hingucker, stellt dich aber auch vor die Aufgabe, ihre Bedürfnisse wirklich zu verstehen. Sie ist kein Kandidat, den man einfach in die Ecke stellt und vergisst. Sie kommuniziert mit dir durch ihre Wuchsform. Wenn sie den Kontakt zur Unterlage verliert, signalisiert sie dir sofort, dass etwas nicht stimmt. Aber keine Sorge, wir kriegen das hin! Mit dem richtigen Wissen wird diese Pflanze das Juwel in deinem Urban Jungle.
Die optimale Monstera dubia Pflege für glückliche Blätter
Ich weiß, dass viele Pflanzeneltern Respekt vor Raritäten haben. Der Gedanke, eine so besondere Pflanze durch falsche Pflege zu verlieren, kann einen schon nervös machen. Aber ich verspreche dir: Die Monstera dubia Pflege ist kein Hexenwerk, wenn du einmal verstanden hast, wie sie tickt. Das Wichtigste ist, dass wir ihre tropische Herkunft so gut wie möglich simulieren, ohne dabei in Panik zu verfallen, wenn mal ein Blatt nicht perfekt sitzt. Wir schauen uns jetzt ganz genau an, was sie braucht, damit sie bei dir nicht nur überlebt, sondern richtiggehend explodiert.
Beginnen wir mit dem Licht, denn das wird oft unterschätzt. Die Monstera dubia braucht helles, indirektes Licht. Aber was heißt das botanisch gesehen? In ihrer Jugendphase am Waldboden bekommt sie wenig Licht, aber sobald sie klettert – und das tut sie bei dir zu Hause ja – strebt sie aktiv zur Sonne. Bekommt sie zu wenig Licht, vergrößern sich die Abstände zwischen den Blättern (Internodien). Das sieht dann nicht mehr aus wie ein schöner Schindel-Look, sondern eher spargelig und kahl. Zu viel direkte Mittagssonne hingegen verbrennt die feinen Blätter sofort, da sie durch ihre flache Ausrichtung nicht ausweichen können. Ich empfehle dir daher einen Standort nahe am Ost- oder Westfenster.
Beim Thema Wasser und Substrat gehen wir ins Detail. Da die Monstera dubia in der Natur epiphytisch (also auf Bäumen) wächst, hassen ihre Wurzeln nichts mehr als verdichtete, nasse Erde. Du brauchst einen extrem luftigen Mix. Ich mische für meine Dubias immer Pinienrinde, Perlit, etwas Kokosfaser und nur einen kleinen Teil hochwertige Blumenerde. Das Gießen erfordert Fingerspitzengefühl: Lass das Substrat oberflächlich antrocknen, aber lass den Wurzelballen nie komplett austrocknen. Viel wichtiger als das Gießen der Erde ist aber die Luftfeuchtigkeit. Da die Luftwurzeln an der Rückseite der Blätter liegen und sich am Brett festhalten müssen, brauchen sie Feuchtigkeit aus der Luft. Unter 60 % Luftfeuchtigkeit wird es kritisch; die Blätter könnten sich vom Brett lösen oder braune Ränder bekommen. Ein Luftbefeuchter ist hier dein bester Freund, viel effektiver als ständiges Sprühen, das oft Pilzinfektionen begünstigt.
Die kleine Monstera dubia Geschichte und Herkunft
Hast du dich schon mal gefragt, woher unsere grünen Mitbewohner eigentlich kommen? Oft kaufen wir eine Pflanze wegen ihrer Optik, aber die Monstera dubia Geschichte ist durchaus spannend und hilft uns, ihre Bedürfnisse besser einzuordnen. Es ist nämlich nicht so, dass diese Pflanze erst gestern entdeckt wurde, auch wenn sie erst in den letzten Jahren den Hype-Status auf Social Media erreicht hat. Das Verständnis ihrer Herkunft ist der Schlüssel, um zu begreifen, warum sie sich so verhält, wie sie es tut.
Die Monstera dubia stammt ursprünglich aus den tropischen Regionen Mittel- und Südamerikas. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Mexiko bis hinunter nach Peru und Brasilien. Sie wurde bereits im 19. Jahrhundert wissenschaftlich beschrieben, führte aber lange ein Schattendasein in der botanischen Literatur, oft verwechselt mit anderen kletternden Araceae wie dem Philodendron oder der Rhaphidophora. Der Name „dubia“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „zweifelhaft“ oder „unsicher“. Botaniker waren sich anfangs oft uneins über die genaue Klassifizierung, gerade weil die Pflanze so drastisch ihr Aussehen verändert, je nachdem, wie alt sie ist. Eine juvenile Form am Waldboden sieht einer ausgewachsenen Pflanze in der Baumkrone so unähnlich, dass man früher oft dachte, es seien zwei verschiedene Arten.
In ihrer Heimat wächst sie in Höhenlagen, die von Meereshöhe bis zu etwa 1500 Metern reichen. Das ist wichtig für uns zu wissen, denn es bedeutet, dass sie durchaus tolerant gegenüber leichten Temperaturschwankungen ist, solange es nie wirklich kalt wird. Sie ist Teil des Unterwuchses, der sich aggressiv und schnell den Weg zum Licht bahnt. Wenn du deine Monstera dubia betrachtest, siehst du also einen kleinen Ausschnitt der südamerikanischen Dschungelgeschichte. Sie ist evolutionär darauf programmiert, schnell und effizient an Baumstämmen hochzuwandern. Dieses historische und genetische Erbe trägt sie in jeder Zelle. Wenn wir sie kultivieren, müssen wir Respekt vor dieser Herkunft haben und verstehen, dass wir ihr ein Stückchen „Neotropis“ im Wohnzimmer bieten müssen, damit sie ihre Geschichte bei uns fortsetzen kann.
Warum eine Monstera dubia Rankhilfe unverzichtbar ist
Hier kommen wir zum absoluten Knackpunkt, an dem viele Anfänger scheitern. Vielleicht hast du dir eine Monstera dubia gekauft und sie hängt traurig im Topf oder du hast sie an einen dünnen Bambusstab gebunden, aber sie wächst einfach nicht schön flach. Ich sage dir ganz direkt: Ohne die richtige Monstera dubia Rankhilfe wirst du niemals den typischen Look erzielen. Das ist keine rein ästhetische Frage, sondern reine Pflanzenphysiologie. Wir müssen verstehen, wie die Pflanze auf Berührung reagiert, um ihr das richtige Gerüst zu bieten.
Die Monstera dubia besitzt einen ausgeprägten Thigmotropismus. Das ist ein Fachbegriff, der beschreibt, dass das Wachstum der Pflanze durch Berührungsreize gesteuert wird. Sobald die jungen Triebe eine vertikale Oberfläche berühren, signalisieren die Pflanzenhormone: „Halt dich fest und werde flach!“ Wenn du ihr nun einen runden Moosstab gibst, ist die Auflagefläche für die Blätter viel zu klein. Die Blätter werden sich krümmen, abstehen und die Pflanze wird gestresst reagieren, indem sie lange Internodien bildet, um nach einem „besseren“ Baum zu suchen.
Die Lösung ist ein flaches Brett. Ich empfehle dir dringend, ein einfaches, unbehandeltes Holzbrett (z.B. Kiefer oder Douglasie) oder noch besser ein mit Sphagnum-Moos gefülltes, flaches Gitter zu verwenden. Das Holzbrett simuliert die Rinde eines Baumes perfekt. Wenn du die Pflanze frisch kaufst, musst du sie anfangs vorsichtig mit weichem Pflanzenbinder oder sogar Malerkrepp (ganz locker!) an das Brett drücken. Sobald die Luftwurzeln Kontakt zum Holz oder Moos haben und die Luftfeuchtigkeit stimmt, saugen sie sich regelrecht fest. Ab diesem Moment brauchst du keine Befestigungsmaterialien mehr. Die Pflanze klettert von allein. Bedenke bei der Wahl der Rankhilfe auch die Zukunft: Da die Monstera dubia stetig nach oben will, solltest du ein System wählen, das du verlängern kannst. Ein Brett, das nach 30 Zentimetern endet, zwingt die Pflanze, ins Leere zu wachsen, was sofort dazu führt, dass sie wieder in die juvenile, hängende Form mit kleinen Blättern und langen Stielen zurückfällt.
Hilfe, ist meine Monstera überdüngt?
Du meinst es nur gut, gibst deiner Pflanze regelmäßig Futter, und plötzlich verfärben sich die Blattspitzen braun oder die Blätter werden gelb. Vielleicht kennst du das Gefühl der Panik, das dann aufsteigt. Ist deine Monstera überdüngt? Gerade bei der empfindlichen Monstera dubia ist das ein Thema, über das wir dringend sprechen müssen. Viele Pflanzenfreunde denken, viel hilft viel, aber das Gegenteil ist der Fall. Eine Überdüngung ist oft schädlicher als ein Nährstoffmangel, denn sie greift die Substanz der Pflanze direkt an.
Was passiert botanisch bei einer Überdüngung? Dünger sind im Grunde Salze. Wenn du zu viel davon in die Erde gibst, steigt die Salzkonzentration im Substrat massiv an. Durch den osmotischen Druck wird es für die Wurzeln immer schwerer, Wasser aufzunehmen. Im schlimmsten Fall kehrt sich der Prozess sogar um: Das salzige Substrat entzieht den Wurzeln Wasser. Das nennt man „physiologische Trockenheit“ oder Wurzelverbrennung. Obwohl du gießt, verdurstet die Pflanze. Bei der Monstera dubia erkennst du das an braunen, knusprigen Blattspitzen, die oft von einem gelben Rand (Halo) umgeben sind. Auch wenn die unteren Blätter plötzlich gelb werden und abfallen, kann das ein Zeichen für zu viel Salz im Boden sein.
Wenn du vermutest, dass deine Monstera überdüngt ist, musst du schnell handeln. Die erste Maßnahme ist das Spülen des Substrats. Stelle die Pflanze in die Dusche oder Badewanne und lass handwarmes Wasser minutenlang durch den Topf laufen, um die überschüssigen Salze auszuschwemmen. Wichtig: Das Wasser muss frei ablaufen können! Wenn die Überdüngung stark war, hilft oft nur noch das Umtopfen in frisches Substrat. Entferne dabei vorsichtig so viel alte Erde wie möglich von den Wurzeln. Für die Zukunft gilt: Monstera dubia ist kein Starkzehrer. Dünger in der Wachstumsphase (März bis Oktober) alle zwei bis drei Wochen in halber Konzentration reicht völlig aus. Im Winter solltest du das Düngen fast komplett einstellen. Ich empfehle dir organischen Dünger, da dieser sanfter wirkt und das Risiko einer Überdüngung minimiert, weil die Nährstoffe erst von Mikroorganismen aufgeschlüsselt werden müssen.
Das Monstera dubia Wachstum verstehen und fördern
Ungeduld ist der Gärtner schlimmster Feind, und bei keiner Pflanze trifft das mehr zu als hier. Wenn wir über das Monstera dubia Wachstum sprechen, müssen wir uns auf eine Reise einstellen, die Jahre dauern kann. Viele sind enttäuscht, weil ihre Pflanze monatelang nur kleine, herzförmige Blätter produziert und einfach keine Löcher (Fenestrierung) bekommt. Ich möchte dir helfen, die Wachstumsphasen dieser Pflanze wirklich zu verstehen, damit du realistische Erwartungen hast und dich an jedem neuen Blatt erfreuen kannst.
Die Monstera dubia durchläuft eine sogenannte Heterophyllie. Das bedeutet „Verschiedenblättrigkeit“. In der juvenilen Phase, in der wir sie meistens zu Hause haben, liegt der Fokus der Pflanze einzig und allein auf „Klettern und Haften“. Sie investiert ihre Energie in flache Blätter und Haftwurzeln. Das Wachstum kann in dieser Phase durchaus zügig sein, wenn Licht und Temperatur stimmen, aber die Form der Blätter bleibt gleich. Erst wenn die Pflanze eine beträchtliche Höhe erreicht hat – in der Natur oft mehrere Meter, in der Wohnung meist ab ca. 1,50 bis 2 Metern an einer Rankhilfe – beginnt die Transformation.
Die Blätter lösen sich dann langsam vom flachen Anliegen, bilden Stiele aus und werden riesig. Erst dann entstehen die tiefen Einschnitte und Löcher, die wir von der Monstera deliciosa kennen. Um dieses Wachstum zu fördern, sind drei Faktoren essenziell: Eine stabile, verlängerbare Rankhilfe (wie oben beschrieben), viel Licht (Energie für die Umwandlung) und eine ungestörte Wurzelentwicklung. Jedes Mal, wenn du Stecklinge schneidest („Cut and Propagate“), setzt du die Pflanze genetisch auf Null zurück. Sie beginnt wieder im Jugendstadium. Wenn dein Ziel also eine große, fenestrierte Monstera dubia ist, darfst du sie nicht schneiden. Du musst sie klettern lassen, immer weiter nach oben. Das erfordert Platz und Geduld. Wenn das Wachstum stagniert, liegt es meist an zu wenig Licht oder einem zu kleinen Topf, der die Wurzeln einschränkt. Gib ihr Zeit und Raum, und sie wird dich belohnen.
So lebt die Monstera dubia in der Natur
Um unsere Pflanzen wirklich glücklich zu machen, stelle ich mir immer vor, ich würde sie in ihrem natürlichen Habitat besuchen. Wie lebt die Monstera dubia in der Natur eigentlich? Diese Vorstellung hilft uns enorm dabei, intuitive Entscheidungen bei der Pflege zu treffen. Stell dir einen dichten, feuchten Regenwald in Costa Rica vor. Es ist warm, die Luft ist zum Schneiden dick vor Feuchtigkeit, und das Licht fällt gefiltert durch die hohen Baumkronen.
In diesem Ökosystem beginnt das Leben einer Monstera dubia oft ganz unscheinbar am Waldboden. Ein Samen keimt, oder ein abgerissenes Stück Stängel fasst Wurzeln. Die junge Pflanze ist ein sogenannter Skototropist – sie wächst erst einmal auf den dunkelsten Punkt zu, den sie finden kann. Warum? Weil Dunkelheit im Wald meistens bedeutet: „Da steht ein Baumstamm!“ Hat sie den Baumstamm erreicht, ändert sie ihr Verhalten komplett und wächst senkrecht nach oben zum Licht. Sie ist ein Hemiepiphyt. Das heißt, sie wurzelt im Boden, klettert aber an anderen Pflanzen empor.
Im Laufe ihres Lebens verliert der untere Teil der Pflanze oft den Kontakt zum Boden, und sie lebt als reiner Epiphyt weiter, versorgt nur durch ihre Luftwurzeln und das organische Material, das sich in Astgabeln sammelt. In der Natur ist die Pflanze ständig einer leichten Luftbewegung ausgesetzt, was Schimmelbildung trotz hoher Feuchtigkeit verhindert. Außerdem bekommt sie regelmäßig tropische Regengüsse ab, die die Blätter reinigen und die Wurzeln versorgen, aber das Wasser fließt sofort ab. Genau dieses Szenario – hohe Luftfeuchte, aber perfekter Wasserabfluss („Drainage“) und Luftzirkulation – ist das Idealbild, das wir zu Hause anstreben sollten. Sie lebt in Symbiose mit ihrem Trägerbaum, ohne ihn zu parasitieren. Sie nutzt ihn nur als Leiter zum Licht. Wenn du das verinnerlichst, verstehst du, warum das Brett und das luftige Substrat so essenziell sind.
Der Traum in Weiß: Monstera dubia Variegata
Kommen wir nun zur Königsklasse, dem Heiligen Gral vieler Sammler: Die Monstera dubia Variegata. Wenn die normale Dubia schon ein Hingucker ist, dann ist die panaschierte Version mit ihren gelben oder weißen Sprenkeln auf den silber-grünen Blättern fast schon unwirklich schön. Aber bevor du jetzt dein Sparbuch plünderst, lass uns einen realistischen Blick auf diese Schönheit werfen, denn sie bringt ihre ganz eigenen Herausforderungen mit sich.
Die Panaschierung (Variegata) entsteht durch eine Mutation in den Zellen, die dazu führt, dass an bestimmten Stellen das Chlorophyll fehlt. Das sieht wunderschön aus, ist aber für die Pflanze ein energetischer Nachteil. Chlorophyll ist der Motor der Photosynthese. Weniger Grün bedeutet weniger Energie. Eine Monstera dubia Variegata wächst deshalb deutlich langsamer als die grüne Form. Sie ist empfindlicher. Die weißen Stellen können bei zu viel direkter Sonne extrem schnell verbrennen und braun werden, da sie keinen Schutzmechanismus haben. Bei zu wenig Licht wiederum kann die Pflanze vergrünen, weil sie mehr Chlorophyll produzieren muss, um zu überleben.
Botanisch gesehen handelt es sich meist um eine chimäre Panaschierung. Das bedeutet, dass die Mutation nicht in allen Zellschichten stabil ist. Es kann passieren, dass die Pflanze plötzlich wieder komplett grüne Blätter produziert („Reverting“) oder – noch schlimmer für die Überlebensfähigkeit – komplett weiße Blätter, die dann absterben („Ghost leaves“). Wenn du dir eine Monstera dubia Variegata zulegen möchtest, empfehle ich dir, keine unbewurzelten Wetsticks (Stammstücke ohne Blätter) zu kaufen, es sei denn, du bist ein Profi. Das Risiko, dass sie verfaulen oder nur grün austreiben, ist hoch. Investiere lieber in eine etablierte Pflanze mit mindestens drei bis vier Blättern, an denen du die Panaschierung gut erkennen kannst. Und sei dir bewusst: Diese Pflanze ist eine Diva. Sie verzeiht Pflegefehler noch viel schlechter als die normale Form. Aber wenn sie gedeiht, ist sie eines der spektakulärsten Kunstwerke, die die Natur zu bieten hat.
Häufige Fragen zur Monstera dubia
Wie kann ich meine Monstera dubia am besten vermehren?
Die Vermehrung funktioniert am besten über Stammstecklinge. Da die Pflanze entlang des Stammes viele Luftwurzeln und „Nodien“ (Knotenpunkte) besitzt, kannst du den Trieb einfach in Stücke schneiden. Jedes Stück sollte mindestens ein Blatt und ein Nodium mit Luftwurzelansatz haben. Da die Blätter flach sind, ist das Einpflanzen in Wasser oft schwierig, ohne dass das Blatt fault. Ich empfehle dir die „Moos-Box-Methode“: Lege die Stecklinge flach auf feuchtes Sphagnum-Moos in eine durchsichtige Plastikbox mit Deckel. Stelle die Box hell und warm. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit bewurzeln die Stecklinge meist innerhalb weniger Wochen sehr zuverlässig.
Meine Monstera dubia verliert ihre Blätter unten, was tun?
Wenn die unteren Blätter abfallen, ist das oft ein Zeichen für Lichtmangel oder Trockenstress in der Vergangenheit. Da die Pflanze strikt nach oben wächst, wirft sie alte Blätter ab, die im „Schatten“ liegen und energetisch nicht mehr effizient sind. Das ist bis zu einem gewissen Grad natürlich. Wenn es aber massiv auftritt, überprüfe das Substrat. Ist es zu trocken? Oder sind die Wurzeln durch Staunässe geschädigt? Leider wachsen abgefallene Blätter am unteren Stamm nicht nach. Wenn dich der kahle Stamm stört, kannst du eine kleine Jungpflanze dazu pflanzen, um die Optik wieder zu füllen.
Ist die Monstera dubia giftig für Katzen oder Hunde?
Ja, wie fast alle Aronstabgewächse (Araceae) enthält auch die Monstera dubia unlösliche Calciumoxalat-Kristalle in ihren Blättern und Stielen. Diese Kristalle sind mikroskopisch klein und nadelspitz. Wenn ein Haustier daran kaut, schießen diese „Nadeln“ in die Schleimhäute von Mund und Rachen. Das führt zu sofortigen Schmerzen, Schwellungen, starkem Speichelfluss und Schluckbeschwerden. In der Regel fressen Tiere nicht viel davon, weil der Schmerz sofort einsetzt, aber du solltest die Pflanze dennoch unbedingt außerhalb der Reichweite von knabberfreudigen Haustieren platzieren – was bei einer kletternden Pflanze glücklicherweise oft gut machbar ist (z.B. weiter oben am Brett startend).
Welche Schädlinge befallen die Monstera dubia besonders oft?
Aufgrund ihrer flach anliegenden Blätter bietet die Monstera dubia leider das perfekte Versteck für Schädlinge. Besonders Thripse und Spinnmilben lieben sie. Das Tückische ist, dass sie sich oft auf der Rückseite der Blätter, also zwischen Blatt und Brett, verstecken, wo du sie kaum siehst und auch mit Spritzmitteln kaum hinkommst. Wenn die Blätter silbrig-graue Sprenkel bekommen oder fahl wirken, ist Alarmstufe Rot. Ich empfehle den Einsatz von Nützlingen (wie Raubmilben), da diese aktiv hinter die Blätter krabbeln und die Schädlinge dort aufspüren können, wo kein Spray hinkommt. Regelmäßige Kontrollen mit der Lupe sind Pflicht!
Wann und wie oft muss ich die Monstera dubia umtopfen?
Die Monstera dubia muss nicht so oft umgetopft werden wie eine Monstera deliciosa, da ihr Wurzelsystem etwas feiner ist. Junge Pflanzen topfst du am besten einmal im Jahr im Frühling um, wenn der Topf komplett durchwurzelt ist. Bei älteren Pflanzen reicht oft alle zwei bis drei Jahre. Wichtiger als ein größerer Topf ist oft die Verlängerung der Rankhilfe. Wenn du umtopfst, sei extrem vorsichtig, das Brett nicht von den Wurzeln zu reißen. Topfe am besten das Brett mit der Pflanze zusammen in einen etwas größeren Topf um und fülle mit frischem, luftigem Substrat auf.
Hi, ich bin Alisa! 🌿
Seit 12 Jahren teste ich Substrate und bekämpfe Spinnmilben, damit du es nicht musst. In meinem Indoor-Labor leben über 140 exotische Arten. Hier teile ich radikal ehrliche Pflegetipps und fundiertes Wissen – ohne Mythen, dafür mit echter Erfahrung aus dem Dschungel-Alltag.
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