Alisas Plant-Learnings:
- Licht ist Nahrung: Deine Monstera adansonii braucht helles, indirektes Licht, um ihre charakteristischen Löcher (Fenestrierung) voll auszubilden – im Schatten vergrünt sie und wächst kümmerlich.
- Luftige Wurzeln: Die „Monkey Mask“ hasst nichts mehr als nasse Füße; ein grober, luftdurchlässiger Mix ist der Schlüssel gegen Wurzelfäule und Pilzbefall.
- Klettern lohnt sich: Auch wenn sie hängend hübsch aussieht, erreicht sie ihre wahre Größe und Blattpracht nur, wenn du ihr eine Rankhilfe anbietest, an der sie emporwachsen kann.
Die perfekte Monstera adansonii Pflege im Überblick
Vielleicht standest du auch schon einmal vor dieser wunderbaren Pflanze mit den löchrigen Blättern und hast dich gefragt, wie du sie dauerhaft so glücklich hältst, wie sie im Laden aussieht. Ich verstehe das total, denn gerade am Anfang wirkt die Monstera adansonii, oft liebevoll Monkey Mask genannt, etwas einschüchternd. Aber ich kann dich beruhigen: Wir kriegen das hin! Die Pflege dieser Aroiden ist kein Hexenwerk, wenn man versteht, wie sie tickt. Es geht hier nicht darum, stur einem Zeitplan zu folgen, sondern ein Gefühl für den Rhythmus der Pflanze zu entwickeln. Ich möchte, dass du lernst, ihre Sprache zu lesen, anstatt nur Wasser nach Kalender zu geben.
Botanisch gesehen gehört die Monstera adansonii zur Familie der Araceae (Aronstabgewächse). Das Spannendste an ihrer Pflege ist das Verständnis ihres natürlichen Habitats. Sie wächst ursprünglich in den tropischen Regenwäldern Süd- und Mittelamerikas. Dort herrscht keine sterile Umgebung, sondern ein lebendiges Chaos aus hoher Luftfeuchtigkeit, warmen Temperaturen und einem ständigen Kampf um Licht. Wenn wir über Pflege sprechen, müssen wir versuchen, genau diese Bedingungen in deinem Wohnzimmer zu simulieren. Das bedeutet konkret, dass wir eine Balance zwischen Feuchtigkeit und Luftzirkulation schaffen müssen. Viele Anfänger machen den Fehler, „tropisch“ mit „nass“ gleichzusetzen. Aber im Regenwald fließt Wasser schnell ab. Die Wurzeln dieser Pflanzen sind oft epiphytisch oder hemiepiphytisch, was bedeutet, dass sie an Bäumen hochklettern und ihre Wurzeln viel Sauerstoff gewohnt sind.
Die Lösung für eine brillante Pflege liegt also in der Konstanz der Bedingungen. Ich empfehle dir, deine Monstera adansonii regelmäßig zu kontrollieren, aber nicht zu verhätscheln. Gieße sie durchdringend, aber lass das Substrat danach antrocknen. Die Pflege umfasst auch das regelmäßige Abstauben der Blätter, denn Staub blockiert die Stomata (Spaltöffnungen), durch die die Pflanze atmet und transpiriert. Wenn diese verstopft sind, kann die Pflanze keine optimale Photosynthese betreiben, was ihr Wachstum hemmt. Achte zudem auf eine hohe Luftfeuchtigkeit von idealerweise über 60 Prozent. Wenn du diese Parameter – Licht, luftiges Substrat und Feuchtigkeit – meisterst, wirst du mit einem fast explosionsartigen Wachstum belohnt werden.
Der ideale Monstera adansonii Standort in deiner Wohnung
Du kennst das sicher: Du hast die Pflanze gekauft, stellst sie an einen Platz, der „hübsch“ aussieht, und nach zwei Wochen lässt sie die Blätter hängen. Der Standort ist oft der unterschätzteste Faktor überhaupt. Ich habe schon so viele Monsteras gesehen, die in dunklen Ecken vor sich hin vegetierten, nur weil dort noch Platz im Regal war. Wir müssen uns klarmachen, dass Licht für Pflanzen buchstäblich Nahrung ist. Ohne ausreichendes Licht kann die Monstera adansonii keine Energie produzieren, um neue, große Blätter mit den begehrten Löchern zu bilden. Ein falscher Standort ist meist der Anfang vom Ende.
Lass uns tiefer in die Botanik des Lichts eintauchen. Die Monstera adansonii betreibt Photosynthese, um Zucker für ihr Wachstum herzustellen. In ihrem natürlichen Habitat wächst sie im Halbschatten größerer Bäume. Sie bekommt dort sogenanntes „gefiltertes Licht“. Das Sonnenlicht durchbricht das Kronendach und trifft gestreut auf die Blätter. Das ist ein riesiger Unterschied zu direkter Mittagssonne, die auf einer ungeschützten Fensterbank herrscht. Direkte Sonne wirkt wie ein Laser auf das Blattgewebe; das Chlorophyll wird zerstört und es entstehen hässliche Verbrennungen. Andererseits führt zu wenig Licht dazu, dass die Pflanze vergeilt. Sie bildet lange, dünne Triebe mit winzigen Blättern ohne Löcher, weil sie verzweifelt nach einer Lichtquelle sucht. Dieser Prozess nennt sich Etiolierung.
Ich rate dir daher dringend zu einem Standort an einem Ost- oder Westfenster. Dort bekommt die Pflanze die sanfte Morgen- oder Abendsonne ab, ist aber vor der aggressiven Mittagshitze geschützt. Wenn du nur ein Südfenster hast, platziere die Pflanze etwa zwei Meter tief im Raum oder nutze einen transparenten Vorhang als Lichtfilter. Beobachte den Lichteinfall über den Tag. Wichtig ist auch, dass der Standort zugluftfrei ist. Kalte Zugluft, besonders im Winter beim Lüften, ist Gift für die tropischen Zellen der Monstera adansonii und kann zu schockbedingtem Blattabwurf führen. Wenn du den perfekten Spot gefunden hast, lass sie dort stehen – Pflanzen sind Gewohnheitstiere und mögen ständiges Umstellen überhaupt nicht.
Welche Monstera adansonii Erde deine Pflanze wirklich braucht
Hier scheitern leider die meisten Pflanzeneltern, und ich kann den Frust total nachfühlen. Du kaufst „Qualitäts-Blumenerde“ im Baumarkt, topfst deine neue Liebe um, und nach drei Wochen riecht es modrig und die Pflanze stirbt. Das liegt nicht an dir, sondern an der falschen Bezeichnung auf den Erdsäcken. Herkömmliche Blumenerde ist für die Monstera adansonii viel zu dicht, zu fein und speichert zu viel Wasser. Erinnere dich: In der Natur klammern sich ihre Wurzeln an Rinde und liegen in lockerem Laubhumus. Sie brauchen Sauerstoff direkt an der Wurzeloberfläche, sonst ersticken sie.
Botanisch betrachtet benötigen die Wurzeln der Monstera adansonii eine Umgebung, die Gasaustausch zulässt. Wenn du feine, torfhaltige Erde verwendest, verdichtet sich diese beim Gießen zu einem schlammigen Klumpen. Die Makroporen im Boden, die eigentlich mit Luft gefüllt sein sollten, füllen sich komplett mit Wasser. Das Ergebnis ist ein anaerobes Milieu, in dem fäulnisbildende Bakterien und Pilze prächtig gedeihen, während die Wurzeln absterben. Gesunde Wurzeln sind fest und weiß oder hellbraun; verfaulte Wurzeln sind matschig, dunkel und lassen sich leicht abziehen. Um das zu verhindern, müssen wir die Struktur des Bodens drastisch verändern und „chunkiger“ machen.
Mische dir deine Erde am besten selbst, das ist einfacher, als du denkst, und macht sogar Spaß! Ich empfehle dir einen sogenannten „Aroid Mix“. Nimm als Basis etwa 40 Prozent hochwertige Grünpflanzenerde (torffrei ist super für die Umwelt). Dazu gibst du 30 Prozent Pinienrinde in mittlerer Körnung. Die Rinde sorgt dafür, dass große Hohlräume im Topf entstehen. Dann fügst du 20 Prozent Perlit hinzu – das sind diese kleinen weißen Vulkangesteins-Krümel, die Wasser speichern, aber die Struktur auflockern. Die restlichen 10 Prozent können Wurmhumus für Nährstoffe oder Aktivkohle zur Desinfektion sein. Dieser Mix ist so locker, dass Wasser fast hindurchrauscht. Das wirkt im ersten Moment falsch, ist aber genau das, was deine Monstera adansonii liebt. Du kannst sie häufiger gießen, ohne Angst vor Staunässe haben zu müssen.
Braucht deine Monstera adansonii eine Rankhilfe?
Vielleicht hast du dich schon gefragt, warum deine Monstera adansonii irgendwann nur noch lange Triebe bildet, die wild in der Gegend herumhängen, und warum die neuen Blätter immer kleiner werden. Das ist ein ganz typisches Phänomen, das oft für Verwirrung sorgt. Viele halten die Monkey Mask für eine klassische Hängepflanze, und ja, man kann sie so halten (dazu kommen wir später noch). Aber in ihrem tiefsten Inneren ist sie eine Kletterkünstlerin. Ohne eine Stütze verweigerst du ihr quasi die Möglichkeit, erwachsen zu werden. Ich sehe so oft traurige, am Boden kriechende Pflanzen, die eigentlich hoch hinauswollen.
Der biologische Hintergrund ist faszinierend: Die Monstera adansonii zeigt einen ausgeprägten Phototropismus (Wachstum zum Licht) und Skototropismus (Wachstum zum Schatten/Stamm hin, um einen Baum zu finden). Sobald sie eine vertikale Stütze findet, verändern sich ihre Hormone. Bestimmte Phytohormone signalisieren der Pflanze: „Wir haben einen stabilen Halt, wir können jetzt Energie in größere Blätter investieren.“ Klettert die Pflanze nach oben, werden die Blätter mit jedem neuen Knoten größer und die Fenestrierung (die Löcher) ausgeprägter. Ohne Rankhilfe bleibt sie im juvenilen (jugendlichen) Stadium stecken. In der Natur klettern sie meterhoch an Urwaldriesen empor.
Ich lege dir daher ans Herz, deiner Pflanze so früh wie möglich einen Moostab oder eine andere Rankhilfe anzubieten. Ein echter Moostab, der mit Sphagnum-Moos gefüllt ist und feucht gehalten wird, ist der Goldstandard. Die Luftwurzeln der Monstera adansonii können in das feuchte Moos hineinwachsen und sich dort verankern. Das gibt ihr nicht nur mechanischen Halt, sondern erlaubt ihr auch, über die Luftwurzeln zusätzlich Wasser und Nährstoffe aufzunehmen. Wenn du keinen Moostab magst, tut es auch ein Kokosstab oder ein dekoratives Gitter, aber dort musst du die Triebe oft festbinden, da die Wurzeln weniger Halt finden. Fang früh damit an, denn ältere, verholzte Triebe lassen sich nur schwer umleiten, ohne zu brechen.
Ist die Monstera adansonii giftig für Katzen?
Das ist eine der wichtigsten Fragen überhaupt, besonders wenn du pelzige Mitbewohner hast. Ich kenne die Sorge: Die Katze knabbert an allem Grünen, und man hat Panik, dass etwas passiert. Ich muss hier ganz ehrlich und direkt sein: Ja, die Monstera adansonii ist giftig für Katzen (und auch für Hunde und kleine Kinder). Es ist kein Mythos, und es ist wichtig, dass du die Gefahr nicht unterschätzt, auch wenn die Pflanze noch so schön ist. Sicherheit geht immer vor Ästhetik im Urban Jungle.
Der Grund für die Toxizität liegt in den sogenannten Calciumoxalat-Kristallen. Diese befinden sich in den Zellen der Pflanze und sind nadelförmig und mikroskopisch klein. Man nennt sie Raphiden. Wenn eine Katze in ein Blatt beißt, schießen diese Nadeln aus den Zellen heraus und bohren sich in die Schleimhäute von Maul, Zunge und Rachen. Das ist kein chemisches Gift, das über die Leber verstoffwechselt wird (obwohl es auch lösliche Oxalate gibt, die Nieren schädigen können), sondern primär eine mechanische Verletzung, die sofortige, starke Schmerzen, Brennen und Schwellungen verursacht. Die Natur hat diesen Mechanismus entwickelt, um die Pflanze vor Fressfeinden zu schützen.
Sollte deine Katze an der Monstera adansonii geknabbert haben, wirst du vermutlich sehen, dass sie speichelt, sich ans Maul fasst, den Kopf schüttelt oder sogar erbricht. In schlimmen Fällen können die Schwellungen die Atemwege beeinträchtigen. Ich rate dir dringend: Wenn du Katzen hast, die gerne an Pflanzen gehen, stell die Monstera adansonii an einen absolut unerreichbaren Ort – zum Beispiel in einer Blumenampel an der Decke oder auf einem sehr hohen Regal, wo keine Sprungfläche daneben ist. Wenn du merkst, dass deine Katze davon gefressen hat: Ab zum Tierarzt. Nimm ein Stück der Pflanze mit, damit der Arzt genau weiß, worum es geht. Es ist besser, hier übervorsichtig zu sein.
Wie du deine Monstera adansonii vermehren kannst
Das Vermehren der eigenen Pflanzen ist für mich immer wie kleine Magie. Aus eins mach zwei (oder zehn)! Bei der Monstera adansonii hast du Glück, denn sie ist eine der am einfachsten zu vermehrenden Pflanzen überhaupt. Es ist ein tolles Gefühl, Stecklinge an Freunde zu verschenken oder die eigene Pflanze buschiger zu machen, indem man die Ableger wieder in den gleichen Topf setzt. Viele trauen sich nicht, die Schere anzusetzen, aus Angst, die Mutterpflanze zu verletzen. Aber ich verspreche dir: Ein Rückschnitt regt sie oft sogar zu neuem Wachstum an.
Botanisch gesehen nutzen wir bei der Vermehrung die Totipotenz der Pflanzenzellen. Das bedeutet, dass jede Zelle theoretisch in der Lage ist, eine komplette neue Pflanze zu bilden, solange die richtigen hormonellen Signale vorliegen. Bei der Monstera adansonii konzentrieren wir uns auf die Nodien (Knoten). Das sind die verdickten Stellen am Stängel, aus denen die Blätter und Luftwurzeln entspringen. In diesen Knoten sitzen schlafende Augen (Achselknospen), die nur darauf warten, aktiviert zu werden. Ein Stück Stängel ohne Knoten kann niemals austreiben, egal wie lange du es ins Wasser stellst. Es wird einfach verrotten.
So gehst du vor: Such dir einen gesunden Trieb aus. Schneide mit einem sauberen, scharfen Messer oder einer Schere etwa 1-2 Zentimeter unterhalb eines Knotens (dort, wo oft schon eine kleine Luftwurzel zu sehen ist). Du kannst Kopfstecklinge (das Ende eines Triebs mit Spitze) oder Stammstecklinge (ein Mittelstück) nehmen. Ich stelle die Stecklinge am liebsten in ein Glas mit Wasser an einen hellen, warmen Ort ohne direkte Sonne. Wechsele das Wasser alle paar Tage, um Sauerstoffmangel und Bakterienbildung zu vermeiden. Alternativ kannst du sie auch direkt in feuchtes Sphagnum-Moos oder Perlit legen; das reduziert das Risiko von Fäulnis und die Wurzeln, die sich bilden, sind oft kräftiger („Soil Roots“ vs. „Water Roots“). Nach ein paar Wochen, wenn die Wurzeln 3-5 cm lang sind, kannst du sie eintopfen.
Hilfe, ist deine Monstera überwässert?
Es ist der Klassiker unter den Pflegefehlern und mir selbst am Anfang meiner Pflanzenreise passiert: Man meint es zu gut. Man liebt die Pflanze so sehr, dass man sie förmlich zu Tode gießt. Eine überwässerte Monstera adansonii zu retten, ist ein Wettlauf gegen die Zeit, aber es ist möglich, wenn du die Zeichen richtig deutest. Viele Leute denken, wenn die Blätter schlaff hängen, braucht die Pflanze Wasser. Aber Achtung: Eine überwässerte Pflanze lässt die Blätter auch hängen, weil die Wurzeln verfault sind und kein Wasser mehr transportieren können. Wenn du jetzt noch mehr gießt, besiegelst du ihr Schicksal.
Was passiert da genau im Topf? Wie vorhin beim Thema Erde erwähnt, brauchen Wurzeln Sauerstoff. Steht das Wasser im Topf (Staunässe) oder ist die Erde dauerhaft nass, ersticken die Wurzeln. In diesem sauerstoffarmen Milieu greifen anaerobe Bakterien und Oomyceten (wie Pythium oder Phytophthora) an. Sie zersetzen das Wurzelgewebe. Die Wurzeln werden weich, schleimig und riechen faulig. Ohne intakte Wurzeln kann die Pflanze oben kein Wasser mehr in den Turgor (Zelldruck) der Blätter pumpen. Paradoxerweise vertrocknet die Pflanze also oberirdisch, während sie unterirdisch ertrinkt.
Wenn du den Verdacht hast, dass deine Monstera überwässert ist, musst du sofort handeln. Nimm die Pflanze aus dem Topf – und ich meine sofort. Schau dir die Wurzeln an. Alles, was matschig, braun oder schwarz ist, muss radikal weggeschnitten werden. Benutze dafür eine sterilisierte Schere. Spüle die verbliebenen gesunden Wurzeln vorsichtig ab. Wenn kaum noch Wurzeln übrig sind, musst du die Pflanze vielleicht wie einen Steckling behandeln und sie neu bewurzeln lassen (in Wasser oder Moos). Wenn noch genug Wurzeln da sind, topfe sie in frisches, sehr trockenes und extrem luftiges Substrat (viel Perlit/Rinde) ein. Gieße sie die ersten Tage nicht, damit sich die Schnittstellen an den Wurzeln schließen können. Erhöhe lieber die Luftfeuchtigkeit um die Blätter herum, um den Wasserverlust zu minimieren.
Warum bekommt die Monstera adansonii gelbe Blätter?
Gelbe Blätter sind der Hilfeschrei deiner Pflanze, aber leider sprechen sie keine eindeutige Sprache. Es ist eher wie ein „Mir geht’s nicht gut“, und wir müssen Detektiv spielen, um herauszufinden, warum. Ein einzelnes gelbes Blatt ganz unten an der Pflanze ist oft normal – das ist der natürliche Alterungsprozess (Seneszenz). Die Pflanze zieht Energie (mobile Nährstoffe) aus dem alten Blatt ab, um sie in neue Triebe zu stecken. Aber wenn mehrere Blätter gleichzeitig gelb werden oder junge Blätter betroffen sind, müssen bei dir die Alarmglocken schrillen.
Biologisch gesehen ist die Gelbfärbung, auch Chlorose genannt, der Abbau von Chlorophyll. Die Ursachen sind vielfältig. Die häufigste Ursache bei der Monstera adansonii ist tatsächlich die oben beschriebene Überwässerung. Wenn die Wurzeln faulen, können sie keine Nährstoffe mehr aufnehmen -> das Blatt wird gelb. Die zweithäufigste Ursache ist das Gegenteil: akuter Wassermangel. Hier wird das Blatt aber meist erst schlaff, dann gelb und trocken. Ein weiterer wichtiger Faktor ist Nährstoffmangel. Stickstoffmangel zeigt sich oft durch eine generelle Aufhellung der gesamten Pflanze. Magnesiummangel hingegen zeigt sich oft durch gelbe Flecken, während die Blattadern grün bleiben (Interkostalchlorose).
Ich empfehle dir folgende Diagnose-Schritte: Fühl zuerst die Erde. Ist sie nass? Dann hast du wahrscheinlich überwässert. Ist sie staubtrocken? Dann gieß sie. Wenn das Wasser-Management stimmt, schau dir den Standort an. Bekommt sie zu viel direktes Licht? Dann „bleichen“ die Blätter aus. Ist auch das nicht der Fall, könnte es ein Schädlingsbefall sein. Spinnmilben oder Thripse saugen die Pflanzenzellen aus, was oft zu einer sprenkligen Gelbfärbung führt. Nimm dir eine Lupe und untersuche die Blattunterseiten. Erst wenn du Schädlinge und Pflegefehler ausschließen kannst, solltest du über Dünger nachdenken. Oft düngen Leute eine kranke Pflanze in der Hoffnung auf Besserung, was das Problem bei Wurzelschäden aber nur verschlimmert (Salzstress).
Ursachen für braune Flecken an der Monstera adansonii
Braune Flecken sind für uns Pflanzenliebhaber optisch ein Graus und oft schwer zu interpretieren. Anders als bei gelben Blättern, wo das Gewebe oft noch lebt, ist das braune Gewebe nekrotisch, also abgestorben. Es wird nie wieder grün werden. Die Frage ist: Wie stoppen wir die Ausbreitung? Es gibt zwei Hauptkategorien von braunen Flecken: die „knusprigen“ trockenen und die „matschigen“ mit gelbem Rand. Die Unterscheidung ist extrem wichtig für die Behandlung.
Trockene, braune Blattspitzen oder Ränder deuten meist auf ein Feuchtigkeitsproblem hin. Da die Monstera adansonii aus den Tropen stammt, ist sie an hohe Luftfeuchtigkeit gewöhnt. In unseren beheizten Wohnungen, besonders im Winter, ist die Luft oft viel zu trocken. Die Blattränder sind am weitesten von den Wurzeln entfernt und werden als erstes unterversorgt, wenn die Transpiration höher ist als der Wassertransport. Auch unregelmäßiges Gießen kann dazu führen. Hier hilft ein Luftbefeuchter oder das Aufstellen von Wasserschalen. Sprühen bringt leider meist nur einen sehr kurzfristigen Effekt und kann sogar Pilze fördern.
Die andere Art von Flecken ist gefährlicher: Dunkelbraune oder schwarze Flecken mitten auf dem Blatt, oft umgeben von einem gelblichen Hof (Halo). Das ist fast immer ein Zeichen für eine Pilzinfektion (z.B. Blattfleckenkrankheit) oder eine bakterielle Infektion. Diese entstehen oft, wenn Wasser auf den Blättern stehen bleibt und keine Luftzirkulation herrscht. In diesem Fall musst du die betroffenen Blätter großzügig abschneiden, um die Ausbreitung zu stoppen. Desinfiziere dein Werkzeug nach jedem Schnitt! Verbessere danach unbedingt die Luftzirkulation und vermeide es, die Blätter beim Gießen zu benetzen. Manchmal sind braune Flecken auch Sonnenbrand – das erkennst du daran, dass nur die der Sonne zugewandten Stellen betroffen sind und der Fleck eher „ausgeblichen-braun“ aussieht.
Kann man die Monstera adansonii hängend kultivieren?
Wir haben vorhin schon kurz darüber gesprochen, aber ich möchte dieses Thema vertiefen, weil es so oft gefragt wird. Ja, du kannst die Monstera adansonii hängend in einer Ampel oder von einem Regal herab kultivieren. Sie sieht dabei unheimlich dekorativ aus, wie ein grüner Wasserfall. Für viele Urban Jungle Gestaltungen ist das genau der Look, den man will. Aber du musst dir bewusst sein, dass du damit gegen die Natur der Pflanze arbeitest und das langfristige Konsequenzen für ihr Wachstumsmuster hat.
Wenn du die Triebe hängen lässt, passiert folgendes: Die Pflanze realisiert, dass sie den Halt verloren hat und sich scheinbar „nach unten“ bewegt, weg vom Licht (im dichten Dschungel ist unten weniger Licht als oben). Als Reaktion darauf greift ein hormoneller Sparmechanismus. Die neuen Blätter, die an den herabhängenden Trieben gebildet werden, werden sukzessive kleiner. Oft verlieren sie auch ihre charakteristischen Löcher (Fenestrierungen) und werden wieder ganzblättrig. Die Abstände zwischen den Blättern (Internodien) werden länger, weil die Pflanze „rennt“, um wieder Boden oder einen Baumstamm zu finden. Man nennt das oft „vergeilen“, auch wenn es hier eher eine Suche nach Halt ist.
Ich sage dir das nicht, um es dir auszureden, sondern damit du nicht enttäuscht bist. Wenn du den „Full Lush Look“ willst, musst du bei einer Hängepflanze öfter zur Schere greifen. Schneide die langen, dünnen Triebe („Runner“), die nur noch winzige Blätter produzieren, regelmäßig ab. Stecke diese Stecklinge oben wieder in den Topf. So hältst du die Pflanze oben buschig und verhinderst, dass sie unten nur noch wie kahle Schnüre aussieht. Wenn du aber die riesigen, handgroßen Blätter mit vielen Löchern willst, kommst du um eine kletternde Haltung am Moostab nicht herum. Es ist eine Frage deiner persönlichen Präferenz: Dschungel-Vorhang (hängend) oder Dschungel-Säule (kletternd).
Die Faszination der Monstera adansonii Aurea
Jetzt kommen wir in den Bereich der Sammlerstücke, und da geht mir das Herz auf! Die Monstera adansonii Aurea ist eine absolute Schönheit. „Aurea“ bedeutet gold/gelb. Im Gegensatz zur normalen grünen Form hat diese Pflanze eine Panaschierung (Variegation), die sich in gelben Flecken, Streifen oder ganzen Sektoren auf den Blättern zeigt. Diese Kombination aus sattem Dunkelgrün und leuchtendem Gelb ist ein unglaublicher Kontrast. Aber Vorsicht: Diese Schönheiten sind Diven.
Die gelbe Farbe entsteht durch einen Gendefekt oder eine Mutation in den Zellen, bei der Chlorophyll fehlt oder defekt ist. Das bedeutet, dass die gelben Stellen keine Photosynthese betreiben können. Die Pflanze muss also mit weniger grüner Fläche die gleiche Energie produzieren, um zu überleben. Das macht die Aurea empfindlicher und langsamer im Wachstum als die rein grüne Form. Zudem ist die gelbe Variegation oft instabiler als die weiße. Es kann passieren, dass die Pflanze vergrünt (nur noch grüne Blätter produziert) oder komplett gelb wird (was zum Tod des Triebes führt, da keine Photosynthese mehr möglich ist).
Ich empfehle dir bei einer Aurea, den Standort noch sorgfältiger zu wählen. Sie braucht mehr Licht als die grüne Variante, um den Mangel an Chlorophyll auszugleichen, darf aber auf keinen Fall verbrennen, da die gelben Stellen extrem empfindlich auf UV-Strahlung reagieren. Ein Growlight ist hier oft eine gute Investition. Wenn du merkst, dass sie vergrünt, musst du sie bis zum letzten Blatt mit guter Variegation zurückschneiden, um die Mutation wieder „aufzuwecken“. Das ist ein ständiges Spiel mit der Genetik, aber genau das macht den Reiz aus!
Was die Monstera adansonii Variegata so besonders macht
Der Begriff „Variegata“ wird oft als Überbegriff genutzt, meint aber im Handel meist die Monstera adansonii Albo Variegata. „Albo“ steht für Weiß. Diese Pflanzen sind der Traum vieler Pflanzenfans. Die Blätter sehen aus, als hätte jemand weiße Farbe darüber gegossen – mal gesprenkelt, mal als „Half-Moon“ (eine Blatthälfte weiß, eine grün). Diese weiße Panaschierung ist der extremste Kontrast zum Grün und sieht einfach edel aus.
Biologisch ist es hier ähnlich wie bei der Aurea: Die weißen Stellen sind „totes Kapital“ für die Pflanze in Bezug auf die Energiegewinnung. Sie enthalten gar kein Chlorophyll. Das macht die Albo Variegata noch anfälliger für braune Stellen in den weißen Bereichen („Melting“). Wenn die Luftfeuchtigkeit nicht stimmt oder beim Gießen Fehler passieren, stößt die Pflanze diese nutzlosen weißen Bereiche ab – sie werden braun und trocken. Das ist herzzerreißend, wenn man viel Geld für so eine Pflanze bezahlt hat.
Die Pflege erfordert Fingerspitzengefühl. Du brauchst eine hohe Luftfeuchtigkeit, aber darfst niemals Wasser auf den weißen Stellen stehen lassen. Silizium als Zusatz im Dünger kann helfen, die Zellwände zu stärken und das „Schmelzen“ der weißen Anteile zu verhindern. Auch hier gilt: Viel indirektes Licht ist Pflicht. Wenn du eine Variegata kaufst, achte darauf, dass der Stamm (nicht nur das Blatt!) weiß gestreift ist. Die Stamm-Variegation entscheidet darüber, ob kommende Blätter auch bunt werden. Ein Blatt kann wunderschön sein, aber wenn der Stamm an der Stelle des neuen Austriebs rein grün ist, wird die neue Pflanze wahrscheinlich grün bleiben.
Seltenheit im Fokus: Monstera adansonii Mint
Die Monstera adansonii Mint ist eine relativ neue und extrem gehypte Variante. Sie unterscheidet sich von der Albo und Aurea durch ihre ganz spezielle Farbgebung. Statt harter Kontraste zwischen Weiß und Grün wirkt das Blatt wie mit einem feinen Nebel überzogen oder eben „minzig“. Die Farben mischen sich zu verschiedenen Hellgrün- und Weißtönen, was dem Blatt eine fast leuchtende, marmorierte Optik gibt. Für mich ist sie eine der schönsten Varianten, weil der Übergang weicher ist.
Der genetische Hintergrund ist faszinierend: Bei der „Mint“-Panaschierung liegen oft dünne Schichten von grünem Gewebe über weißem Gewebe (oder andersrum), was diesen optischen Mischeffekt erzeugt. Manchmal ist das Gewebe auch fein gepixelt durchmischt. Der Vorteil der Mint-Variante ist oft, dass sie etwas robuster ist als die reine Albo. Da auch die hellen Bereiche oft noch minimale Mengen Chloroplasten enthalten oder von grünen Schichten überlagert sind, können sie noch ein wenig zur Photosynthese beitragen. Das Risiko von braunen nekrotischen Flecken ist meiner Erfahrung nach etwas geringer als bei rein weißen Sektoren.
Bei der Pflege solltest du sie trotzdem wie eine Rarität behandeln. Das heißt: Hochwertiges, sehr luftiges Substrat, kein direktes Sonnenlicht, aber sehr hell. Die „Mint“ Variegation kann unter zu wenig Licht verblassen oder dunkler werden, daher ist eine gute Beleuchtung (evtl. mit künstlichem Licht im Winter) entscheidend, um den spektakulären „Glow“ zu erhalten. Preislich liegt sie oft noch im oberen Segment, da die Vermehrung und Stabilisierung dieser speziellen Farbverteilung nicht immer einfach ist.
Exotik pur mit der Monstera adansonii Indonesian Marble
Der Name klingt schon nach Abenteuer, oder? Die Monstera adansonii Indonesian Marble ist eine spezielle Form der Variegata, die – wie der Name sagt – oft aus Indonesien stammt. Das Besondere an ihr ist das Muster. Während andere Variegata-Formen oft blockartige Panaschierung (große weiße Flecken) haben, zeichnet sich die Marble durch eine extrem feine, gesprenkelte Marmorierung aus. Das ganze Blatt sieht aus wie ein Mosaik aus Gelb, Creme, Weiß und verschiedenen Grüntönen.
Diese feine Sprenkelung hat einen großen Vorteil: Sie ist oft stabiler. Bei Pflanzen mit großen weißen Blöcken ist die Gefahr groß, dass sie irgendwann nur noch Weiß produzieren (stirbt ab) oder nur noch Grün. Die Marble verteilt das Risiko quasi auf das ganze Blatt. Jedes Blatt ist ein Unikat und die Pflanze wirkt insgesamt sehr lebendig und farbenfroh. Botanisch gesehen handelt es sich auch hier um eine Chimäre, also einen Organismus mit genetisch unterschiedlichen Zellen in denselben Gewebeschichten.
In der Pflege habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Indonesian Marble recht wüchsig ist, wenn sie einmal etabliert ist. Da das Chlorophyll gleichmäßiger über das Blatt verteilt ist (auch wenn es unterbrochen ist), kommt es seltener zu den gefürchteten braunen Stellen als bei der Albo „Half Moon“. Trotzdem braucht sie Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit. Importierte Pflanzen aus Indonesien brauchen oft eine lange Akklimatisierung in einer Prop-Box (Anzuchtbox mit hoher Luftfeuchte), bevor sie an normale Wohnraumbedingungen gewöhnt werden können. Sei hier geduldig, der Stress des Transports lässt sie oft erst mal Blätter abwerfen.
Ein eiskalter Hingucker: Monstera adansonii Frozen Freckles
„Frozen Freckles“ – gefrorene Sommersprossen. Ist das nicht ein süßer Name? Diese Sorte ist noch sehr selten und bei Sammlern extrem begehrt. Sie ist im Grunde eine sehr spezifische Selektion, die eine besonders intensive, feine Sprenkelung aufweist, die fast wie Raureif oder eben gefrorene Punkte aussieht. Die Grundfarbe ist oft ein dunkles Grün, und die Sprenkel sind hellweiß bis mintfarben.
Was diese Pflanze auszeichnet, ist die Textur der Farbe. Es wirkt weniger wie gemalt, sondern eher wie gesprüht. Die Herausforderung bei solchen speziellen Cultivars (Kultursorten) ist die Stabilität. Oft entstehen solche Namen durch einen bestimmten Klon, der von einem Züchter selektiert wurde. Wenn du so eine Pflanze kaufst, musst du sicherstellen, dass sie aus einer verlässlichen Linie kommt. Es gibt viele Pflanzen, die ähnlich aussehen, aber nicht die genetische Stabilität der echten „Frozen Freckles“ haben.
Die Pflege unterscheidet sich kaum von den anderen panaschierten Formen, aber aufgrund des hohen Preises und der Seltenheit würde ich hier kein Risiko eingehen. Verwende nur destilliertes oder Regenwasser, um Salzablagerungen an den feinen Blattspitzen zu vermeiden. Ein transparenter Topf hilft dir, die Wurzelgesundheit im Blick zu behalten, ohne die Pflanze stören zu müssen. Und ganz wichtig: Schneide sie nicht zu früh. Lass sie erst eine stattliche Größe erreichen, bevor du an Vermehrung denkst, denn jeder Schnitt ist Stress.
Der Mythos der Monstera adansonii Swedish Ghost
Die Monstera adansonii Swedish Ghost ist eine Pflanze, um die sich viele Legenden ranken. Der Name „Ghost“ deutet auf das spezielle Verhalten der Blätter hin. Wenn ein neues Blatt austreibt, ist es oft fast komplett weiß oder cremefarben – wie ein Geist. Viele Anfänger kriegen da Panik und denken, das Blatt wird sterben. Aber der Clou bei der Swedish Ghost ist, dass diese hellen Blätter mit der Zeit nachdunkeln und vergrünen. Sie werden oft hellgrün oder behalten ein schummriges Muster, überleben aber, im Gegensatz zu rein weißen Blättern anderer Sorten.
Dieser Prozess des Vergrünens ist überlebenswichtig. Die Pflanze startet ohne viel Chlorophyll, baut es aber nachträglich ein. Das macht die Swedish Ghost optisch extrem spannend, weil man an einer Pflanze einen Farbverlauf von Weiß (neues Blatt) über Creme bis hin zu verschiedenen Grüntönen (alte Blätter) hat. Das „Swedish“ im Namen bezieht sich auf den Ursprung der Züchtung oder den Ort, an dem dieser spezifische Klon populär wurde.
Für dich bedeutet das in der Pflege: Gib den neuen, hellen Blättern Zeit und extrem guten Schutz vor Sonne. Solange sie noch weiß sind, sind sie schutzlos gegen Verbrennungen. Sobald sie nachdunkeln, werden sie robuster. Dünger ist hier wichtig, aber in Maßen. Zu viel Stickstoff kann das Vergrünen beschleunigen, sodass der „Ghost“-Effekt schneller verschwindet. Zu wenig Nährstoffe lassen das Blatt verhungern, bevor es grün werden kann. Es ist ein Balanceakt, den man mit der Zeit lernt.
Die Schönheit der Monstera adansonii Archipelago
Last but not least: Die Monstera adansonii Archipelago. Dieser Name sorgt oft für Verwirrung, da er manchmal synonym mit „Mosquito“ oder anderen Bezeichnungen verwendet wird. Die echte Archipelago-Linie zeichnet sich oft durch eine sehr plakative, blockartige Variegation aus. Wir sprechen hier oft von einer „Aurea“ oder „White“ Variegation, die aber sehr unregelmäßig auftritt. Das Besondere ist oft die Blattform selbst, die bei der Archipelago etwas größer und teils unregelmäßiger geformt sein kann als bei der Standard-Adansonii.
Die Genetik der Archipelago gilt als etwas instabiler als die der Marble. Sie neigt dazu, mal ein komplett grünes Blatt zu schieben, dann wieder ein wunderschönes buntes. Das macht sie zu einer Überraschungstüte. Sammler schätzen sie wegen ihrer Geschichte (oft auf schwedische oder japanische Linien zurückzuführen) und der Intensität der Farben, wenn sie sich zeigen.
Wenn du eine Archipelago pflegst, ist der Rückschnitt dein bester Freund. Da sie zur Instabilität neigt, musst du sie konsequent „erziehen“. Sobald sie nur noch grüne Blätter macht: Cut and restart. Schneide zurück bis zum letzten Knoten, der gute Farbe im Stamm zeigt. Das erfordert Mut, ist aber der einzige Weg, die Schönheit dieser Sorte dauerhaft zu erhalten. Sie ist definitiv keine Anfängerpflanze, aber für Fortgeschrittene ein tolles Projekt, bei dem man viel über Pflanzen-Genetik lernen kann.
Monstera adansonii FAQs: Häufige Fragen & Lösungen
Sollte man die Luftwurzeln der Monstera adansonii abschneiden oder in die Erde stecken?
Das ist eine Frage, die mir fast täglich gestellt wird. Die Luftwurzeln sehen für viele wild und „unordentlich“ aus. Meine klare Empfehlung: Schneide sie bitte nicht ab! Diese Wurzeln haben eine wichtige Funktion. In der Natur dienen sie der Verankerung und der Aufnahme von Feuchtigkeit aus der Luft. Wenn du sie abschneidest, fügst du der Pflanze eine Wunde zu, durch die Bakterien eindringen können, und nimmst ihr eine Energiequelle.
Stattdessen empfehle ich dir, die Luftwurzeln aktiv zu nutzen. Wenn sie lang genug sind, leite sie vorsichtig zurück in den Topf in die Erde. Sobald die Luftwurzeln Kontakt mit dem Substrat haben, verwandeln sie sich funktional in Erdwurzeln. Sie bilden feine Haarwurzeln aus und nehmen massiv Wasser und Nährstoffe auf. Du wirst bemerken, dass die Blätter an einem Trieb, dessen Luftwurzeln im Boden stecken, oft deutlich größer und kräftiger werden („Boost-Effekt“). Alternativ kannst du sie in deinen Moostab leiten. Abschneiden sollte immer nur die allerletzte Notlösung sein, wenn eine Wurzel zum Beispiel vertrocknet oder beschädigt ist.
Wie oft und womit sollte ich meine Monstera adansonii düngen?
Viele unterschätzen den Hunger der Monstera adansonii. Da sie relativ schnell wächst, braucht sie auch ordentlich „Futter“. Aber Vorsicht: Die empfindlichen Wurzeln vertragen keine Überdosis Salze. Ich empfehle dir, in der Wachstumsphase (in der Regel von März bis Oktober) regelmäßig zu düngen. „Regelmäßig“ heißt bei mir: Bei jedem zweiten Gießen, aber nur mit halber Dosierung der Herstellerangabe. So garantierst du eine konstante Nährstoffzufuhr ohne Belastungsspitzen.
Verwende am besten einen flüssigen Grünpflanzendünger. Achte auf das NPK-Verhältnis (Stickstoff, Phosphor, Kalium). Ein etwas höherer Stickstoffanteil (N) ist gut für das Blattwachstum. Für die speziellen Variegata-Formen (Albo, Aurea) kann es sinnvoll sein, einen Dünger mit weniger Stickstoff, aber mehr Kalium und Mikro-Nährstoffen (wie Kalzium und Magnesium) zu nutzen, um die Zellwände zu stärken und das Vergrünen zu bremsen. Im Winter, wenn die Pflanze das Wachstum wegen Lichtmangel einstellt, solltest du das Düngen fast komplett einstellen oder auf einmal alle 6-8 Wochen reduzieren. Beobachte deine Pflanze: Wächst sie weiter (z.B. unter Kunstlicht)? Dann füttere sie weiter.
Warum tropft meine Monstera adansonii von den Blätterspitzen?
Vielleicht hast du schon mal morgens kleine Wassertropfen an den Spitzen deiner Blätter gesehen und dachtest, die Pflanze „weint“ oder das Dach ist undicht. Keine Sorge, das ist ein ganz natürlicher biologischer Vorgang, den man Guttation nennt. Es ist nicht das Gleiche wie Tau.
In der Nacht sind die Stomata (Atemöffnungen) der Pflanze meist geschlossen, aber der Wurzeldruck pumpt weiterhin Wasser nach oben. Wenn der Druck im Inneren der Pflanze zu groß wird, presst sie das überschüssige Wasser durch spezielle Poren an den Blattspitzen, die Hydathoden, wieder heraus. Das ist ein Zeichen dafür, dass dein Wasserhaushalt „sehr gut“ gemeint ist. Es ist nicht schlimm, kann aber ein Indikator sein, dass die Erde etwas zu feucht ist. Wenn es ständig passiert, solltest du das Gießen etwas reduzieren, um Wurzelfäule vorzubeugen. Aber grundsätzlich zeigt es nur: Das Leitungssystem deiner Pflanze funktioniert perfekt! Achte nur darauf, dass die Tropfen keine Wasserflecken auf deinem Parkett hinterlassen.
Welche Topfgröße ist die richtige beim Umtopfen?
Hier gilt der Grundsatz: Weniger ist mehr. Ein häufiger Fehler ist, die kleine Monstera in einen riesigen Topf zu setzen, damit sie „reinwachsen“ kann. Das ist lieb gemeint, aber gefährlich. In einem zu großen Topf gibt es zu viel Erde, die von den Wurzeln noch nicht durchwurzelt ist. Diese überschüssige Erde speichert Wasser viel zu lange, was das Risiko für Wurzelfäule drastisch erhöht.
Wähle beim Umtopfen einen Topf, der nur etwa 2 bis maximal 3 Zentimeter größer im Durchmesser ist als der alte. Der Wurzelballen sollte gut in den neuen Topf passen, mit nur wenig Freiraum drumherum. Monstera adansonii mag es zudem, wenn sie etwas „kuschliger“ steht. Sie steckt ihre Energie lieber in das Blattwachstum als in das Durchwurzeln riesiger Erdmengen. Topfe am besten im Frühjahr um, wenn die Wachstumsperiode beginnt. Wenn du siehst, dass Wurzeln unten aus den Abzugslöchern wachsen oder sich der Wurzelballen nach oben drückt, ist es Zeit für die nächste Größe.
Was tun, wenn die neuen Blätter keine Löcher (Fenestrierung) haben?
Das ist die wohl größte Enttäuschung für Monkey Mask Besitzer: Die neuen Blätter kommen glatt und ohne die coolen Schlitze heraus. Das sieht dann eher aus wie ein gewöhnlicher Philodendron. Die Ursache ist fast immer ein Mangel an zwei Dingen: Licht und Klettermöglichkeit.
Die Fenestrierung ist ein genetisches Merkmal, das erst im adulten (erwachsenen) Stadium voll ausgeprägt wird. Um erwachsen zu werden, braucht die Pflanze Energie. Bekommt sie zu wenig Licht, spart sie Energie, indem sie „einfache“ Blätter produziert. Stell sie heller (ohne Mittagssonne!). Der zweite Faktor ist die Rankhilfe. Wie oben im Text erklärt, signalisiert das Klettern der Pflanze Reife. Eine hängende Monstera adansonii fällt oft in ein juveniles Stadium zurück und produziert kleinere, lochlose Blätter. Gib ihr einen Moostab, binde sie hoch, sorge für gutes Licht und Nährstoffe, und ich verspreche dir: Die nächsten Blätter werden wieder herrlich löchrig sein!
Hi, ich bin Alisa! 🌿
Seit 12 Jahren teste ich Substrate und bekämpfe Spinnmilben, damit du es nicht musst. In meinem Indoor-Labor leben über 140 exotische Arten. Hier teile ich radikal ehrliche Pflegetipps und fundiertes Wissen – ohne Mythen, dafür mit echter Erfahrung aus dem Dschungel-Alltag.
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