TL;DR – Für Eilige:
- Das Nodium ist der Schlüssel: Ohne einen Knoten (die Verdickung am Stamm) wird niemals eine neue Pflanze entstehen, egal wie lange du das Blatt ins Wasser stellst.
- Geduld ist Pflicht: Wurzeln brauchen Zeit, oft mehrere Wochen. Wechsle das Wasser regelmäßig, um Sauerstoffmangel zu vermeiden, aber stresse die Pflanze nicht durch ständiges Anfassen.
- Qualität vor Quantität beim Substrat: Wenn der Ableger bereit für die Erde ist, nutze einen extrem luftigen Mix, sonst ersticken die zarten Wasserwurzeln im dichten Boden sofort.
Warum du unbedingt deine Monstera vermehren solltest
Vielleicht stehst du gerade vor deiner prächtigen Fensterblatt-Pflanze, bewunderst ihre riesigen, geschlitzten Blätter und denkst dir, dass eine davon einfach nicht genug ist. Oder du hast Panik, weil deine geliebte Pflanze unten verkahlt und du sie verjüngen möchtest. Genau hier setzt das Abenteuer an. Deine Monstera zu vermehren ist mehr als nur kostenloses Grünzeug zu produzieren; es ist der Moment, in dem du von der reinen Pflanzenbesitzerin zur echten Pflanzenversteherin wirst. Es gibt kaum ein befriedigenderes Gefühl, als zu beobachten, wie aus einem unscheinbaren Stück Stamm neues Leben sprießt. Du erschaffst Klone deiner Mutterpflanze und sicherst so ihre Genetik für die Zukunft.
Botanisch gesehen betreiben wir hier vegetative Vermehrung. Anders als bei der generativen Vermehrung über Samen, wo Erbgut neu gemischt wird, erstellst du eine genetisch identische Kopie. Das ist besonders spannend, weil die Monstera deliciosa ein Meister der Regeneration ist. In ihrer Heimat, den tropischen Wäldern Mittel- und Südamerikas, klettert sie an Urwaldriesen empor. Bricht dort ein Teil ab und fällt zu Boden, muss sie in der Lage sein, sofort neue Wurzeln zu schlagen, um zu überleben. Diese unglaubliche Überlebenskraft machen wir uns zunutze. In den Zellen des Stammes schlummern sogenannte meristematische Zellen, die sich noch in jede beliebige Zellart verwandeln können. Sobald wir den Schnitt setzen, ändert sich der Hormonhaushalt in der Pflanze drastisch. Auxine, das sind spezifische Wachstumshormone, wandern zur Schnittstelle und signalisieren: „Hier wird Hilfe gebraucht, bildet Wurzeln!“.
Wenn du diesen Prozess einmal verstanden hast, verlierst du die Angst vor dem Schneiden. Du verstehst, dass du der Pflanze keine Verletzung zufügst, die sie schwächt, sondern sie zu neuem Wachstum anregst. Wir tauchen tief in die Biologie ein, damit du nicht einfach nur blind Anleitungen befolgst, sondern intuitiv spürst, was dein grüner Schützling braucht. Wir verwandeln dein Wohnzimmer jetzt in ein kleines Labor, in dem du mit Sicherheit und Spaß deine eigene grüne Oase erweiterst. Trau dich, denn deine Monstera will wachsen und sich ausbreiten – wir müssen ihr nur den richtigen Anstoß geben.
Die Anatomie verstehen: Wo du den Monstera Ableger schneiden musst
Viele Anfänger stehen mit der Schere in der Hand vor ihrer Pflanze und zögern. Die Angst, an der falschen Stelle zu schneiden und damit sowohl den Steckling als auch die Mutterpflanze zu ruinieren, ist riesig und absolut verständlich. Oft sehe ich Leute, die einfach nur einen Blattstiel abschneiden und ihn hoffnungsvoll ins Wasser stellen. Doch leider muss ich dir sagen: Ein Blatt allein wird verrotten. Um erfolgreich zu sein, musst du die Anatomie deiner Monstera lesen können wie eine Landkarte. Der entscheidende Punkt, an dem die Magie passiert, ist das sogenannte Nodium, auch Knoten genannt. Wenn du genau hinsiehst, erkennst du am Stamm der Monstera immer wieder Verdickungen, aus denen die Blattstiele und oft auch Luftwurzeln entspringen.
Botanisch betrachtet ist das Nodium das Kraftzentrum der Vermehrung. In diesem Bereich sitzen die undifferenzierten Zellen, die wir vorhin schon angesprochen haben. Der Bereich zwischen zwei Nodien nennt sich Internodium. Ein perfekter Schnitt erfolgt immer im Internodium, also im Stück Stamm unterhalb eines Nodiums, aber mit genug Abstand zum nächsten Knoten der Mutterpflanze. Warum ist das so wichtig? Im Nodium sitzt das sogenannte „schlafende Auge“ (Axillarknospe). Das ist eine winzige, oft kaum sichtbare Erhebung, meist in der Blattachsel versteckt. Aus diesem Auge wird später der Neuaustrieb, also das neue Blatt, wachsen. Schneidest du nur das Blatt mit seinem Stiel ab, hast du zwar Gewebe, das Photosynthese betreiben kann, aber du hast kein meristematisches Gewebe, das Organe wie Wurzeln oder neue Triebe bilden kann. Das Blatt kann sich zwar eine Weile im Wasser halten, wird aber niemals eine neue Pflanze werden.
Du musst also den Stamm identifizieren. Folge dem Blattstiel bis zur Hauptachse der Pflanze. Dort siehst du eine meist ringförmige Narbe oder Verdickung. Das ist dein Zielgebiet. Wenn du planst, wo du den Monstera Ableger schneiden wirst, suche dir eine Stelle aus, die mindestens ein gesundes Blatt und idealerweise schon den Ansatz einer Luftwurzel besitzt. Schneide etwa zwei bis drei Zentimeter unterhalb dieses Knotens. Dieser „Stammstummel“ dient als Puffer gegen Fäulnis. Würdest du direkt am Knoten schneiden, könnte eindringende Fäulnis sofort das wichtige Gewebe zerstören. Achte auch darauf, dass dein Werkzeug nicht nur scharf, sondern auch steril ist. Ein ausgefranster Schnitt durch eine stumpfe Schere quetscht die Leitbündel (Xylem und Phloem), was den Wassertransport blockiert und Bakterien Tür und Tor öffnet. Ein sauberes Cuttermesser oder eine sehr scharfe Pflanzenschere, vorher mit Alkohol gereinigt, sind deine besten Freunde für diesen chirurgischen Eingriff.
Schritt für Schritt: Wie du einen gesunden Monstera Ableger machen kannst
Jetzt wird es ernst, aber keine Sorge, wir kriegen das hin! Der Moment, in dem du den Schnitt setzt, fühlt sich oft radikal an, aber er ist der Startschuss für neues Leben. Wenn wir nun konkret den Monstera Ableger machen, geht es nicht nur um das mechanische Abtrennen, sondern um die Erstversorgung der Wunde. Stell dir vor, du hättest eine offene Wunde – du würdest sie auch nicht sofort in schmutziges Wasser tauchen. Ähnlich ist es bei deiner Pflanze. Sobald du den Schnitt durch den Stamm gesetzt hast, tritt Pflanzensaft aus. Das ist eine Mischung aus Wasser, Nährstoffen und Zucker. Für Bakterien und Pilze ist dieser süße Saft wie ein „All-you-can-eat“-Buffet. Wenn wir hier nicht aufpassen, beginnt der Steckling zu faulen, noch bevor er die erste Wurzel bilden konnte.
Nachdem du den Schnitt sauber und glatt im Internodium gesetzt hast, wie wir es im vorigen Abschnitt besprochen haben, hältst du nun deinen Rohdiamanten in der Hand. Nimm dir einen Moment Zeit, die Schnittstelle zu betrachten. Sie sollte hellgrün bis weißlich sein und keine braunen Quetschungen aufweisen. Das Wichtigste, was du jetzt tun kannst, ist: Warten. Viele Anleitungen raten dazu, den Steckling sofort ins Wasser zu werfen. Ich empfehle dir jedoch dringend, den Ableger für etwa 30 bis 60 Minuten an der Luft liegen zu lassen. In dieser Zeit trocknet die Schnittstelle oberflächlich ab und bildet einen sogenannten Kallus. Das ist Wundgewebe, eine Art Schorf der Pflanze. Dieser Kallus versiegelt die offenen Leitbahnen und verhindert, dass Krankheitserreger eindringen können, wenn der Steckling später im Wasser steht.
Während dieser Wartezeit kannst du dich entscheiden, ob du Hilfsmittel zur Desinfektion nutzen möchtest. Zimt wird oft als Hausmittel gepriesen, da es fungizide (pilzhemmende) Eigenschaften hat. Du kannst die frische Schnittstelle leicht in Zimtpulver stippen. Sei aber vorsichtig: Zu viel Zimt kann das Gewebe auch austrocknen und das Wurzelwachstum hemmen. Eine dünne Schicht reicht völlig. Eine professionellere Alternative ist Aktivkohlepulver. Aktivkohle wirkt ebenfalls desinfizierend, aber ohne die austrocknende Wirkung von Zimt. Wenn du deinen Monstera Ableger machen willst wie ein Profi, ist das „Antrocknen lassen“ der wichtigste Schritt, den Anfänger oft aus Ungeduld überspringen. Erst wenn sich die Schnittstelle trocken anfühlt und sich eine dünne Haut gebildet hat, ist der Steckling bereit für sein neues Medium. Dieser kleine Akt der Geduld erhöht deine Erfolgsquote drastisch und verhindert den gefürchteten „Matsch-Stamm“, der schon so viele Pflanzeneltern frustriert hat.
Der Boost-Effekt: Den Monstera Ableger mit Luftwurzel im Wasser bewurzeln
Du hast einen Steckling ergattert, der bereits eine dieser langen, bräunlichen Tentakel hat? Jackpot! Das macht dein Leben deutlich einfacher. Wenn du einen Monstera Ableger mit Luftwurzel im Wasser bewurzeln möchtest, hast du einen enormen physiologischen Vorteil. Luftwurzeln sind faszinierende Organe. In der Natur dienen sie der Pflanze primär dazu, sich an Bäumen festzuhalten und Feuchtigkeit aus der oft nebligen Regenwaldluft aufzunehmen. Sie besitzen bereits eine entwickelte Struktur zum Wassertransport, auch wenn sie an das Leben an der Luft angepasst sind. Das Geniale ist: Diese Wurzeln sind extrem wandlungsfähig. Sobald sie permanenten Kontakt mit Wasser haben, schalten sie ihr genetisches Programm um.
Wenn du die Luftwurzel zusammen mit dem Stiel ins Wasserglas stellst, wirst du beobachten, wie sich die harte, oft verholzte Hülle der Luftwurzel verändert. Sie weicht auf, wird heller und plötzlich sprießen aus ihr weiße, feine Nebenwurzeln. Diese weißen Wurzeln sind die eigentlichen Wasserwurzeln, die effizient Nährstoffe und Flüssigkeit aufnehmen können. Der Vorteil hierbei ist, dass der Steckling nicht erst bei Null anfangen muss, um eine Wurzelanlage (Primordia) aus dem Stammgewebe zu differenzieren. Die „Pipeline“ ist schon da, sie muss nur umgerüstet werden. Das beschleunigt den Prozess oft um Wochen. Es ist jedoch essenziell, dass du ein passendes Gefäß wählst. Ein dunkles Glas ist oft besser als ein helles, da Wurzeln im Dunkeln natürlicherweise besser wachsen und Algenbildung durch Lichtmangel verhindert wird. Allerdings wollen wir ja den Fortschritt sehen, daher nutze ich oft Klarglas, achte aber penibel auf die Wasserhygiene.
Ein kritischer Punkt beim Monstera Ableger mit Luftwurzel im Wasser ist der Wasserstand. Nur die Luftwurzel und das untere Stück des Stammes sollten im Wasser sein. Der Blattstiel selbst darf niemals im Wasser stehen, da dieser sehr schnell fault. Wenn die Luftwurzel extrem lang ist, kannst du sie vorsichtig biegen, damit sie ins Glas passt. Ist sie zu lang und unflexibel, kannst du sie tatsächlich einkürzen. Ja, das klingt brutal, aber die Schnittstelle an der Wurzel verzweigt sich im Wasser oft sehr freudig neu. Schneide sie mit einer sterilen Schere ab und lass auch hier die Wunde kurz antrocknen. Wechsle das Wasser alle paar Tage aus. Wasser verliert mit der Zeit seinen Sauerstoffgehalt. Sauerstoff ist aber für die Wurzelbildung überlebenswichtig, denn auch Wurzelzellen müssen atmen. Steht das Wasser zu lange, vermehren sich anaerobe Bakterien, es fängt an zu müffeln und die Wurzeln werden schleimig. Frisches, zimmerwarmes Wasser ist der beste Dünger, den du deinem Ableger in dieser Phase geben kannst.
Sonderfall: Einen Monstera Ableger ohne Luftwurzel bewurzeln
Manchmal läuft es nicht nach Plan. Vielleicht ist dir ein Stück Stamm abgebrochen, das noch keine Luftwurzel gebildet hat, oder du wolltest aus einem langen Stammstück mehrere Stecklinge machen (sogenannte „Wet Sticks“ oder Stammstecklinge). Keine Panik, auch einen Monstera Ableger ohne Luftwurzel kannst du erfolgreich bewurzeln, es erfordert nur etwas mehr Fingerspitzengefühl und Geduld. In diesem Szenario muss die Pflanze die gesamte Energie für die Wurzelbildung aus den Reserven ziehen, die im Stammstück gespeichert sind. Da keine „Vorrichtung“ wie eine Luftwurzel existiert, muss das meristematische Gewebe am Nodium erst komplett neue Zellen differenzieren, die sich zu Wurzeln formen. Das kostet die Pflanze viel Kraft.
Das größte Risiko hierbei ist die Fäulnis. Da der Prozess länger dauert, liegt der Schnittbereich länger im Wasser oder Substrat, bevor die Wurzeln aktiv werden können. Daher empfehle ich bei Ablegern ohne Luftwurzeln oft, statt reinem Wasser ein anderes Medium zu wählen. Sphagnum-Moos (Bleichmoos) oder Perlite sind hier echte Gamechanger. Diese Substrate halten Feuchtigkeit, lassen aber gleichzeitig extrem viel Luft an den Stamm. In einem Wasserglas ist der Sauerstoffgehalt begrenzt. In feuchtem Moos hingegen ist das Verhältnis von Wasser zu Sauerstoff fast perfekt. Du bettest den knotigen Teil des Stammes in feuchtes (nicht nasses!) Moos und stellst das Ganze an einen hellen, warmen Ort.
Wenn du es dennoch im Wasser versuchen willst, gib einen Stecknadelkopf voll Aktivkohle ins Wasser, um Bakterien in Schach zu halten. Was diesem „nackten“ Ableger besonders hilft, ist eine hohe Luftfeuchtigkeit. Da er noch keine Wurzeln hat, um Wasser aufzunehmen, verliert er über das Blatt (falls noch eines dran ist) viel Flüssigkeit durch Transpiration. Das Blatt wird schlapp. Wenn du den Ableger in eine transparente Box legst oder eine Tüte darüber stülpst (regelmäßiges Lüften nicht vergessen!), erhöhst du die Luftfeuchtigkeit auf fast 100%. Dadurch muss die Pflanze kaum Wasser verdunsten und kann ihre gesamte verbleibende Energie in die Produktion neuer Wurzeln am Nodium stecken. Das ist wie eine Intensivstation für deinen Steckling. Du wirst sehen, dass sich am Stamm kleine weiße Punkte bilden – das sind die Kallus-Vostufen, aus denen bald die Wurzeln brechen. Hab Vertrauen in die Kraft der Natur, auch wenn es hier mal 4 bis 8 Wochen dauern kann, bis sich etwas Sichtbares tut.
Das große Finale: Wann und wie du deinen Monstera Ableger einpflanzen kannst
Du hast es fast geschafft! Dein Glas ist voller weißer Wurzeln und du bist stolz wie Oskar. Aber wann ist der richtige Zeitpunkt, um den Monstera Ableger einpflanzen zu können? Viele machen den Fehler und pflanzen zu früh ein, sobald die erste Wurzel 2-3 Zentimeter lang ist. Das ist riskant. Die Wurzeln, die im Wasser gewachsen sind, sind an eine Umgebung gewöhnt, in der Wasserwiderstand kaum existiert und Nährstoffe gelöst vorliegen. Sie sind strukturell anders aufgebaut als Erdwurzeln – sie sind zarter, spröder und haben weniger Schutzgewebe. Wenn du diese zarten Gebilde zu früh in schwere, dichte Erde steckst, werden sie zerdrückt oder ersticken.
Meine goldene Regel lautet: Warte, bis die Hauptwurzeln nicht nur lang genug sind (mindestens 10 cm), sondern – und das ist das Geheimnis – bis diese Hauptwurzeln selbst wieder kleine Nebenwurzeln gebildet haben. Sobald deine Wurzeln anfangen, wie ein verfilztes Netz auszusehen, ist der Ableger stark genug für den Umzug. Dieser Zustand garantiert, dass die Oberfläche zur Wasseraufnahme groß genug ist, um den „Schock“ des Einpflanzens zu kompensieren. Der Wechsel von Wasser zu Erde ist für die Pflanze stressig. Die Wasseraufnahme wird schwieriger, und die Wurzeln müssen sich an mechanischen Widerstand gewöhnen.
Beim Substrat darfst du jetzt keine Kompromisse eingehen. Herkömmliche „Blumenerde“ aus dem Sack ist der Tod für frische Monstera-Ableger. Sie ist zu dicht, speichert zu viel Wasser und lässt zu wenig Luft an die Wurzeln. Denk an den natürlichen Lebensraum: Die Monstera klettert an Bäumen, ihre Wurzeln sind in lockerem Humus und Rindenstücken verankert. Mische dir deinen eigenen „Chunky Mix“. Nimm etwa 40% hochwertige Grünpflanzenerde, 30% Pinienrinde (Orchideensubstrat) und 30% Perlite oder Bimsstein. Diese Mischung ist grob und luftig. Wenn du gießt, rauscht das Wasser durch und befeuchtet das Substrat, ohne dass Staunässe entsteht. Wähle einen Topf, der nicht viel größer ist als der Wurzelballen des Ablegers. Ein zu großer Topf bedeutet zu viel Erde, die zu lange nass bleibt – Fäulnisgefahr! Setze den Ableger vorsichtig hinein, fülle das Substrat auf, ohne es festzubetonieren (leichtes Klopfen reicht), und gieße einmal an. In den ersten zwei Wochen nach dem Einpflanzen solltest du das Substrat leicht feuchter halten als bei einer erwachsenen Pflanze, um den Übergang vom Wasserbad zur Erde sanfter zu gestalten.
Häufige Fragen zum Thema (FAQ)
Was mache ich mit der Mutterpflanze nach dem Schnitt?
Nachdem du deiner Monstera einen Teil genommen hast, steht die Mutterpflanze oft etwas gerupft da. Aber keine Sorge, der Schnitt ist für sie ein Wachstumssignal. An der Schnittstelle wird sie nicht weiterwachsen, aber das „schlafende Auge“ am Knoten unterhalb des Schnitts wird aktiviert. Aus diesem Auge bricht meist innerhalb weniger Wochen ein neuer Trieb hervor. Wichtig ist, dass du die Schnittstelle an der Mutterpflanze gut abtrocknen lässt, damit keine Keime in den Hauptstamm eindringen. Du musst sie nicht besonders düngen; pflege sie einfach liebevoll weiter wie bisher. Oft führt der Schnitt sogar dazu, dass die Pflanze buschiger wird, da sie ihre Energie neu verteilt.
Warum werden die weißen Teile meiner Monstera Variegata Ableger braun?
Das ist der Herzschmerz jedes Monstera Variegata Fans. Die weißen Stellen im Blatt haben kein Chlorophyll und können somit keine Photosynthese betreiben. Für den Ableger sind diese Bereiche reiner Luxus, den er „durchfüttern“ muss. In der Stressphase der Bewurzelung, wenn noch keine Energieaufnahme über Wurzeln stattfindet, stößt die Pflanze diesen unnötigen Ballast oft ab, um das Überleben der grünen, energieproduzierenden Teile zu sichern. Das Braunwerden ist also ein Selbstschutzmechanismus. Um das zu minimieren: Sorge für extrem viel indirektes Licht (eventuell Pflanzenlampe) und hohe Luftfeuchtigkeit, damit die Photosynthese in den grünen Bereichen auf Hochtouren läuft und der Stress reduziert wird.
Braucht mein Ableger während der Bewurzelung Licht oder Schatten?
Licht ist Nahrung! Ohne Wurzeln kann der Ableger kaum Nährstoffe aufnehmen, also ist er zu 100% auf die Photosynthese der Blätter angewiesen, um Energie für das Wurzelwachstum zu produzieren. Stelle den Ableger an einen sehr hellen Ort, aber vermeide die pralle Mittagssonne. Die direkte Sonne würde das Wasser im Glas zu stark erhitzen (Algenwachstum & Kochen der Wurzeln) und das Blatt zu viel Wasser verdunsten lassen. Ein Ost- oder Westfenster oder ein Platz etwas entfernt vom Südfenster ist ideal. Im Winter hilft eine Pflanzenlampe enorm, um den Prozess zu beschleunigen.
Sollte ich Dünger ins Wasser geben, damit die Wurzeln schneller wachsen?
Ein klares Nein für den Anfang! Dünger enthält Mineralsalze. Wenn du diese in das Wasser gibst, erhöhst du die Salzkonzentration außerhalb der Pflanze. Durch das Prinzip der Osmose würde das Wasser aus den Zellen des Stecklings herausgezogen werden – du verbrennst die zarten, entstehenden Wurzelspitzen chemisch. Der Ableger hat genug Reserven im Stamm. Erst wenn du ein starkes Wurzelgeflecht hast und kurz vor dem Einpflanzen stehst, kannst du extrem stark verdünnten Flüssigdünger (1/10 der Dosis) nutzen, aber notwendig ist das meistens nicht. Frisches Wasser und Licht sind der beste Dünger in dieser Phase.
Was ist ein „Wet Stick“ und wie unterscheidet er sich vom normalen Ableger?
Ein „Wet Stick“ ist im Grunde ein starloser Stammsteckling – also ein Stück Stamm mit mindestens einem Nodium, aber ohne Blatt. Das ist die Königsdisziplin der Vermehrung. Da kein Blatt für die Photosynthese vorhanden ist, dauert alles viel länger. Der Stick muss erst ein neues Auge aktivieren, einen Trieb bilden und gleichzeitig wurzeln. Hier ist eine „Prop Box“ (Vermehrungsbox) mit Sphagnum-Moos und hoher Luftfeuchtigkeit fast Pflicht. Man legt den Stick waagerecht auf das Moos, statt ihn ins Wasser zu stellen. Es erfordert viel Geduld, ist aber eine tolle Methode, um aus einem langen kahlen Stamm noch viele kleine Baby-Pflanzen zu gewinnen.
Hi, ich bin Alisa! 🌿
Seit 12 Jahren teste ich Substrate und bekämpfe Spinnmilben, damit du es nicht musst. In meinem Indoor-Labor leben über 140 exotische Arten. Hier teile ich radikal ehrliche Pflegetipps und fundiertes Wissen – ohne Mythen, dafür mit echter Erfahrung aus dem Dschungel-Alltag.
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